Der geheimnisvolle Maharadscha Teil 4


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Nach 12 einviertel Stunden, Nik hatte auf die Uhr geschaut, landeten sie wohlbehalten in der indischen Hauptstadt, „Neu Delhi“. Die drei Freunde wollten warten, bis der Großteil der Leute ausgestiegen war, um dem Gedränge aus dem Weg zu gehen. Als sich sie Flugzeugtür öffnete, schlug den Passagieren die trockene Wüstenluft entgegen. Dieter dachte, „Endlich!“ Sie marschierten die Gangway hinunter und liefen zur Passkontrolle. „Du hattest recht Dieter, kurz vor 5!“ sagte Nik. Ein korpulenter Mann brüllte auf der anderen Seite des Flughafens herum und randalierte. Ihm fiel dabei gar nicht auf, dass er dabei einen Zeitungsstänter umwarf. Tony schüttelte den Kopf und dachte, so ein Depp. Dieter zeigte die Reisepässe vor und der Mann hinter dem Schalter stempelte sie ab. Nik tat ihr Reisegepäck in Schließfächer, die sie vor drei Jahren gemietet hatten. „Ich habe unsere Sachen in die Schließfächer.“, sagte er zu den anderen. Sie liefen in ein Restaurant, dass 24 Stunden am Tag geöffnet hatte und Frühstückten dort. Nik hielt den anderen die Tür auf. Sie setzten sich an einen kleinen runden Tisch in der Ecke, der aussah, als hätte man einen Kreis in die Wand gemauert und nur ein viertel herausstehen lassen. Nik bestellte: “3 mal Kaffee, schwarz und eine Delhi News.“ Die Delhi News, die nationale Zeitung von Indien, fand man in jedem noch so kleinen Laden von Indien. Die Bedienung brachte gleich drei heiße Kaffe, Milch, Zucker, Süßstoff und Dieters Zeitung. Es kostete 175 Rupien. Dieter drückte ihr 250 Rupien in die Hand und sagte „Stimmt so.“ Die Frau bedankte sich und ging zurück hinter den Tresen. Dieter las die Zeitung sehr sorgfältig und stieß auf eine Anzeige: “Hört mal her, Hier gibt’s eine Besichtigungstour, durch den Palast des indischen Herrschers. Wer diesen Kupon hier mitbringt, bekommt Ermäßigung. Toll.“ „Das wäre zu überlegen, denn dort waren wir noch nicht, nach der Renovierung.“ schlürfte Nik. Tony nickte beiläufig, dessen Kaffee sehr heiß war. „Stimmt, letztes Jahr galten einige Teile als unbegehbar.“, erinnerte sich Tony. Nik stand auf und meinte „Ich gehe mal eben in die Buchhandlung und sehe mich dort kurz um.“ „OK, bis gleich!“, erwiderte Dieter. Nik lief zielstrebig auf die Bücherei zu und schaute sich ein wenig um. Nach einer Weile fand er ein deutschsprachiges Buch, dass ihm nicht nur vom Klappentext her gefiel. Es handelte von Biochemie und Biologischen Waffen.

Nach zirka 3 Stunden verließen sie das Restaurant und gingen zu einer Autovermietung. Sie mieteten sich einen Jeep und fuhren damit zum Tempel des indischen Herrschers um dort eine Besichtigungstour mitzumachen. Sie dachten, vielleicht hätten sie dort ein paar neue Ausstellungsstücke. Sie wollten ein wenig Entspannung haben, von der langen Reise. „Letztes mal, war ja noch nicht renoviert.“ wand Tony ein, als er sah, dass der Palast Sand gestrahlt worden war. Er sah jetzt wieder wie neu aus. Die Besichtigung kostete umgerechnet vielleicht 5 DM pro Kopf.

Am Eingang war große eine Tafel auf der stand:

Erbaut : 1812 von seiner königlichen Hoheit Alubi von Delhi.

Sie bekamen auch gleich die Eintrittskarten ausgeteilt. Das Handgepäck wurde in einem Kellergewölbe in Spinden aufbewahrt worden. Die Schatzkammer und die Schlafgemächer des Maharadscha und seinen 101 Frauen wurden natürlich nicht gezeigt. Der Maharadscha selbst, war gerade beim Frühstück mit dem Premierminister, dies las Nik aus dem Zeitplan des Maharadschas heraus, der in Form einer Tafel an einer Wand im Gang hing. Tony schlenderte vor den anderen. Er betrachtete interessiert die Bilder und achtete nicht auf Nik und Dieter. Der Führer erklärte die teueren Gemälde und kostbaren Schreine, sowie Ausstellungsstücken an den Wänden und zum Teil auf den Schreinen. „Hier haben wir ein Gemälde von dem einstigen Maharadscha Alubi von Delhi. Es wurde von dem Französischen Felip de la Galieur, einem Maler und Bildhauer während eines Staatsbesuches als Geschenk an das Königshaus gemalt.“ Man besichtigte die ganze Ahnengalerie, die entlang des Ganges hing. Auch war ein Stammbaum zu sehen, dessen Maße sich auf 3×2 Meter belief. Er reichte bis ins 16. Jahrhundert zurück und war in vielen schönen Farben gemalt. Von jeder vermerkten Person hing mindestens ein Bild in der Ahnengalerie. Der Führer erklärte ebenfalls, dass immer noch Ahnen Forschung betrieben würde, das noch längst noch nicht alle Verwandten des Königshauses wären und man immer noch nicht den Ursprung gefunden habe.

Nach der Besichtigung der Ahnengalerie gingen sie in ein Kellergewölbe und schauten sich dort einen Fluchttunnel von 1813 an. Der Führer erklärte, dass dieser Tunnel während eines Krieges entstand und als Fluchttunnel für den Maharadscha und seiner Gemahlin gebaut wurde. „Interessant, wirklich interessant!“, murmelt Nik. Der Fluchttunnel, der unterwegs mehrmals abgestützt war sah dennoch sehr intakt aus. Außerdem hatte er Verzweigungen, die zu allen wichtigen Stellen in Neu Delhi führten: So zum Beispiel dem Außenministerium. Der Tunnel kam hinter einem Gebüsch etwas weiter außerhalb heraus. was man auch aus einer Karte ablesen konnte, die am Anfang des Tunnels hing.

Die Führung dauerte gut zwei Stunden. Danach setzten sich die Leute auf die Bänke im davorliegenden Park, packten ihre Brote und Thermosflaschen, mit kalten Getränken, aus und fingen an zu essen. Wächter achteten darauf, dass die Leute ihren Abfall wieder einsteckten, was für unsere drei Freunde natürlich selbstverständlich war. Nik suchte in einem Buch für Touristen Informationen über den Palast. „Der Palast ist von 1800 – 1812 von Alubi von Delhi erbaut worden. Er war auch schon öfters das Ziel von Terroristische Anschlägen. Ein gewisser Ali Ankutmar wollte ihn einmal zerstören.“ Dieter wollte gerade in einen Apfel beißen, als er sah, dass sich ein Wurm darin eingenistet hatte. Nik und Tony mussten lachen. Zuerst fand er es nicht sehr komisch, musste dann aber auch lachen. Dann blies er in das eine Loch und der Wurm flog auf der anderen Seite wieder heraus. Er hatte sich warscheins einen Gang durch den ganzen Apfel gebohrt. Dummerweise landete er einer Frau direkt auf dem Kopf. Die anderen mussten wieder lachen. Nachdem Dieter seinen Apfel gegessen hatte, packten sie ihre sieben Sachen zusammen und genossen noch ein wenig die schöne Landschaft. Tony machte ein paar Fotos und schrieb auf was darauf zu sehen war. Kurz darauf gingen sie auch schon. Sie liefen ein paar Häuserzeilen ab und Tony schoss noch einige Bilder. Als sie eine Häuserzeile durchquerten, kam ihnen eine weiße Limousine entgegen, an deren Vorderseite rechts und links zwei Malaysische Fahnen angebracht waren. „Oh, Staatsbesuch!“, dachte Dieter. Kurz darauf holte Tony seinen Walkman aus dem Rucksack und schaltete ihn ein. „Schon wieder diese Musik!“, dachte Nik, den dies so langsam nervte.

Später schauten sie sich nach einem Hotel um. In einem kleinen Stadtteil namens Kutnak fanden sie etwas passendes. Sie hatten Zimmernummer 211. Sie sagten am Empfang Bescheid, dass ihre Sachen noch am Flughafen wären. Ein Mann holte sie ab und brachte sie ihnen. Es war ein schönes Zimmer, mit einem halb abgeschrägtem Dach, einer Minibar, gefüllt mit Orangensaft, Mineralwasser, Apfelsaft, Orangen und Zitronenlimonade. Es hatte auch einen Balkon, 3 kleine Sessel, eine Couch und ein großes Futonbett in dem locker drei Personen Platz hatten. Außerdem hatte es einen Schreibtisch, zwei große Nachttische eine Eckbadewanne, Dusche und ein Doppelwaschbecken. Dieter legte sich auf „sein Drittel“ des Bettes und entnahm sein Tagebuch dem Rucksack. Er schlug die letzte Seite auf, beschrieb diese ausführlich mit den heutigen Ereignissen und klappte es zu. Dann entnahm er seinem Rucksack Klebenummern und drückte eine 9 auf den Buchrücken. „So,“ sagte er nach vollendeter Tat, „ich ruhe mich noch ein wenig aus bis wir essen gehen. Dass solltet ihr auch tun, die lange Reise und die Besichtigung haben euch auch sicherlich ganz schön geschlaucht!“ „Da kannst du Gift drauf nehmen!“, gähnte Tony. Nik setzte sich in einen der Sessel und las in seinem „Schrei in der Nacht“ weiter. Er hatte sich ein wenig Orangensaft eingeschenkt. Eine halbe Stunde später legte er sich ebenfalls ins Bett und schlief bis kurz vor sechs.

Nik war als erster wach, da das schwüle Wetter auf ihn drückte. Er stand auf ging ins Bad und duschte sich. Er zog sich etwas an und weckte die anderen. „Mmpf, was ist denn?“ meckerte Dieter, als er geweckt wurde. „Los zieht euch an, wir wollen doch was Essen gehen, oder habt ihr etwa keinen Hunger?“ „Doch, schon, müde bin ich aber auch noch.“ gähnte Tony.

Sie verließen das Hotel um etwas Essen zu gehen, da die Hotelküche wegen verdorbenem Essen geschlossen worden war. Sie hatten ein Lokal entdeckt, dass einen außergewöhnlichen Namen trug. Es hieß „KONONANA“. Übersetzt würde es heißen, „Zum schmutzigen Löffel“. Es lag in einer Häuserzeile in der Altstadt. Sie öffneten die große Tür und betraten den antik ausgeschmückten Gastraum. Dieter schlug einen kleinen Tisch in der Ecke vor und Nik sowie Tony begrüßten den Vorschlag von Dieter. Kurz darauf kam der Ober und fragte was sie trinken wollen. Dieter bestellte sich einen Italienischen Rotwein, Nik sich einen indischen Weißwein und Tony sich eine Spezi. Nach langem Studium der ausgefallenen Speisekarte, fanden sie etwas für ihren Geschmack. Nik meinte „Bei diesen Köstlichkeiten, weiss man gar nicht, was man nehmen soll.“ Die anderen lachten, als sie sahen, dass er auf der Seite mit den Froschschenkeln war. „Hier gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas.“, sagte Dieter. Der Herr vom Nebentisch lächelte freundlich herüber und kämpfte weiter mit seinem Hummer. „Bäh!“, dachte Tony. Kurz darauf kam der Ober, brachte die Getränke und nahm die Bestellung auf. Dieter aß das indische Reisfleisch, Nik das Hühnchen in Currysoße und Cucuma- Reis und Tony fragte, ob er einen Hamburger bekommen könnte, da er aus Amerika käme. Der Ober schaute ihn verdutzt an, erfüllte ihm dennoch seinen Wunsch. „TZ!“ sagte Dieter, „Du Banause. Da ist man schon mal in Indien, und du ißt das was wir zuhause auch bekommen.“ Als der Ober mit dem Essen kam, fragte er Tony, ob er das Besteck noch benötige. Tony verneinte dies und nahm den Hamburger in die Hände. Dieter und Nik ließen sich noch einen Wein bringen. Nach dem Essen bestellte sich Dieter noch einen Schnaps und Nik einen Espresso. Dazu gab es ein Stück Salzgebäck zum mitnehmen. Nachdem sie bezahlt hatten blieben sie noch eine Weile sitzen und tranken aus. Sie schauten sich noch ein paar Schaufenster an und liefen gemächlich in das Hotel zurück.

Nik legte die Rechnung des Essens an der Rezeption vor. Der Mann zahlte den Betrag von 1750 Rupien aus. Der Ober teilte ihnen diese Information mit, als sie am Abend den Speisesaal betreten wollten. Sie fragten, ob Post für sie gekommen wäre. Der Herr an der Rezeption sagte nein und fragte ob sie noch einen Wunsch hätten. „Ja, der Orangensaft oben in unserem Zimmer ist leer. Könnten wir bitte neuen bekommen?“ „Selbstverständlich, ich schicke sofort jemanden hoch. Sonst noch etwas?“ Nein Danke!“, antwortete Dieter.

Sie fuhren mit dem Fahrstuhl in den 2. Stock und Dieter zückte den Zimmerschlüssel um die Tür zu öffnen. Er legte sich aufs Bett, und schrieb in sein Tagebuch. Tony öffnete das Fenster ein wenig. Nik las in seinem Buch und schaltete das Radio ein um die Nachrichten zu hören. Kurz darauf klopfte es an der Tür. „Hallo, ich bringe den bestellten Orangensaft.“ Nik schaute durch den Türspion und öffnete die Tür. „Danke!“, sagte er, “Moment, ich habe hier noch eine leere Flasche.“ Der Page nahm diese entgegen und verabschiedete sich mit den Worten : “Wenn sie noch einen Wunsch haben, rufen sie einfach an der Rezeption an, wir sind die ganze Nacht da.“ „Ich glaube nicht, trotzdem vielen dank.“ Er verschloss die Tür und stellte den Orangensaft in die Minibar. „Wie wäre es, wenn wir uns nachher noch einen kleinen Spaziergang genehmigen?“, fragte er dabei. „Gute Idee, ich schreibe gerade noch kurz in mein Tagebuch.“, antwortete Dieter. Nik kippte die Balkontür um etwas frische Luft hereinzulassen.

Die drei Freunde verließen das Zimmer, Dieter schloss ab sie betraten den Aufzug und fuhren nach unten. Durch die Eingangshalle ging es in den Garten des Hotels. Er hatte einige kleine Teiche und einen Bach über mehrere kleine Brücken führten. Entlang des Baches, der Kristallklares Wasser führte, waren einige Rosenstöcke, in rot, weiss und rosa gepflanzt. Er hatte auch eine Hecke die zur Form eines Reiters zugeschnitten worden war. „Wunderschön, nicht wahr?“, fragte Nik. „Doch,“ antwortete Dieter, „Diese Farbenpracht, so etwas sieht man bei uns nirgends.“ „Tja,“ entgegnete Tony, „Hier ist es wirklich wunderschön. Und auch das warme Klima!“ „Ja,“ meinte Nik, „hier kühlt es Nachts nicht so schnell ab wie bei uns.“ „Morgen werden wir erst einmal die Koffer auspacken.“, gähnte Dieter, der sehr müde war.

Es war schon spät geworden, als sie auf ihr Zimmer gingen. Dieter machte eine Ergänzung in seinem Tagebuch, duschte sich und zog seinen Schlafanzug an. Sie erzählten noch ein wenig und gingen dann schlafen. Nach dem anstrengenden Tag waren sie alle todmüde.

Nachts träumte Nik von den Abenteuern, die er mit Tony und Dieter erleben würde. Von wilden Tieren und schönen Blumen. Dieter dachte über den weiteren Verlauf ihrer Ferien nach. Vielleicht kämen sie noch dazu, das Tadsch Mahal in Agra zu besuchen, das Grabmal, dass einst ein Maharadscha für seine Frau errichten lies. Tony träumte von einem tollen Auto. Mit großen Reifen und Flügeltüren.


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