Ein Urlaub in NRW

Ja, die Tage habe ich irgendwo im Internet einen Bericht vom WDR gesehen wo in einer Restauration in Köln zirka 750 Menschen zusammen Karneval gefeiert haben. Ohne Maske, ohne Abstand aber alle geboostert. Twitter regte sich natürlich mal wieder auf wie das denn sein und überhaupt und sowieso…

Mittlerweile bin ich aber einen Punkt wo ich diese Leute verstehen kann. Nach Aussage des Veranstalters waren alle Personen geboostert und hatten es nach zwei Jahren Pandemie einfach satt sich weiter einzuschränken. Man hält sich an alle Regeln, schränkt sich ein, vermeidet Kontakte usw. aber irgendwann kann man einfach nicht mehr. 

Und genau vor diesem Hintergrund habe ich letzte Woche auch meinen Urlaub gestartet: es war mir einfach alles scheissegal. Ich musste mal raus, mal weg, mal was anderes sehen, einfach mal eine andere Luft schnuppern. Warum soll Ich zu Hause versauern nur weil die Inzidenzen die all die dreifach Geimpften eh nicht mehr zu interessieren scheinen durch die Decke gehen?

Am Samstag, meinem ersten Urlaubstag, fuhr Ich von meiner Mutter in Kaiserslautern aus, nachdem Ich getankt, Vorräte geladen und den zu Hause vergessenen Wasserkocher noch nachgeholt hatte, nach Wuppertal. Dort hatte Ich ein Hotel gebucht. Nach einem Abstecher in einen Drogeriemarkt um zu Hause vergessenes Shampoo nachzukaufen kam Ich viertel nach vier am Hotel an. Ich hatte an dem Tag dann aber keine rechte Lust mehr was zu unternehmen. Ich packte den Wasserkocher und die Instantnudeln aus und machte mir einen gemütlichen Abend vor der Glotze.

Am Sonntag, wo die Möglichkeiten ja ein wenig eingeschränkt sind, beschloss Ich, ob der Tatsache dass Ich eh gerade in Wuppertal war, mir mal die berühmte Schwebebahn anzusehen von der Ich seit meiner Kindheit immer mal wieder begeistert gehört hatte.

Nach einem Kaffee bei McDonalds fuhr Ich zuerst nach Wuppertal-Vohwinkel. Nachdem Ich dort aber nur einen auch am Sonntag kostenpflichtigen und total überteuerten Parkplatz gefunden hatte entschloss Ich mich an das andere Ende der Schwebebahn nach Wuppertal. Barmen bzw. an die Haltestelle Oberbarmen zu fahren. Dort konnte man wenige Meter fussläufig und kostenlos direkt am Bahnhof parken.

Alsdann wurde ein Tagesticket gelöst und los ging es! 

Ja, interessant ist diese Schwebebahn ja schon, zumindest vom technischen her. So besonders wie Ich mir das aber immer vorgestellt habe war es dann leider doch nicht. Das Ding rumpelt beim fahren ganz schön. Interessant ist eher dass wenn die Bahn durch die engen Strassen fährt, man den Leuten die da wohnen und arbeiten direkt in die Wohnungen und Büros schauen kann, teilweise direkt auf den Esstisch oder in den Fernseher hinein. Ein wenig hat mich das ganze an diese “Elevated Trains” erinnert wie man Sie aus den Filmen kennt die in den Amerikanischen Metropolen wie Chicago oder New York spielen, allerdings wesentlich weniger hässlich. Vor allem verschandelt sie Schwebebahn das Strassenbild nicht so sehr weniger und steht doch eher für filigrane deutsche Ingenieruskunst. Viele Firmen bringen auch Werbung an der Strecke so an dass man sie von der Schwebebahn aus sehen kann. 

Ansonsten ist Wuppertal eher eine klassische westdeutsche Industriestadt. Bekannte ortsansässige Unternehmen sind hier z. B. Bayer, Knipex und Vorwerk.

Nach meinem Trip mit der Schwebebahn bin Ich weiter zur Ronsdorfer Talsperre gefahren. Den Tipp hatte Ich mir im Vorfeld aus dem Netz gefischt. Dort schlenderte Ich einen ca. 500 Meter langen Weg hinunter um mich ein wenig auf eine Bank zu setzen und die erste Pfeife meines Urlaubs zu geniessen. Es war ein wirklich lauschiges Plätzchen wenngleich sehr viele Menschen hier unterwegs waren. Das scheint ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel zu sein. 

Nach einem Vesper ging es los!

Etwas überrascht war Ich dann auf dem Rückweg über meine Kondition die anscheinend in den letzten Monaten Homeoffice doch mehr abgebaut hatte als Ich dachte. Die 500 m Rückweg verliefen bergauf und machten mir schwer zu schaffen. Wenn Ich daran denke was Ich im Sommerurlaub 2016 noch alles gelaufen bin als Ich das erste mal in Berlin war, oh Mann! Um die Strecke zu schaffen musste Ich etwa alle 50 m eine Pause machen um mein Seitenstechen wegzuatmen. Ich war ernsthaft geschockt über meinen Gesundheitszustand. Noch im Auto hatte Ich leichte Atemnot. 

Nach einer Pinkelpause bei McDonalds ging es zurück ins Hotel wo Ich mir bei selbst gekochten Instantnudeln aus dem Wasserkocher den Tatort angesehen habe.

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Montagmorgen ging es nach einem kleinen Hotelzimmer Frühstück bestehend aus abgepacktem Brot und Dosenwurst nach Köln-Frechen zum Mediamarkt.

Dort wollte Ich mir erstmal einen Heizlüfter kaufen um am Abend mein Hotelzimmer wohlig warm zu temperieren. Die Hotelkette in der Ich da nämlich nächtigte hat keine “normalen” Heizkörper auf den Zimmern sondern solche Kombi-Klimaanlagen die mit Strom entweder warm oder kalt machen. Leider schalten die sich nach einer gewissen Zeit von selbst aus und / oder machen auch wenn sie laufen nicht richtig warm und sorgten bei mir, der seinen Woh- / Schlaf-Raum zu Hause ansonsten auf muggelige 27 Grad hoch heizt, für ein gewisses Frösteln. Daher hatte Ich mir mit einem elektrischen Heizgerät Abhilfe verschaffen wollen. Leider hatte der Mediamarkt keine Heizlüfter, “Ausverkauft wegen der Chipkrise!” hiess es da nur lapidar.

Im Obi um die Ecke hatte Ich mehr Glück und fand da sogar noch einen Imbiss vor der Türe bei dem Ich eine Currywurst mit Pommes und Cola abstauben konnte. 

Danach fuhr Ich über die A4 nach Köln hinein. Eigentlich wollte Ich da bei jemandem den Ich aus dem Internet kenne der mich aber nicht kennt etwas abgeben, hatte mich dann aber nicht getraut. So fuhr Ich weiter an den Rheinuferpark wo Ich, erneut ob des Seitenstechens und meines immens schlechten Fitness- und Gesundheitszustandes, einen kleinen Spaziergang abbrechen musste. Die Aussicht auf den Rhein an der Stelle war aber grandios! So nutzte Ich die Zeit für ein Vesper und ein Pfeifchen.

Danach hatte Ich einen weiteren Baumarkt, dieses mal Bauhaus, aufgesucht da Ich bei OBI vergessen hatte Wischwasser zu kaufen. Mein neues Auto ist ja so toll, das zeigt mir sogar an wenn der Wischwasserstand niedrig ist und man auffüllen sollte. Genial!

Zum Abschluss machte Ich dann noch eine ausgedehnte Sightseeing-Fahrt durch die Kölner Stadtteile Zollstock und Ehrenfeld, durch Fühingen, Dormagen, Neuss, Düsseldorf und an Mettmann vorbei zurück nach Wuppertal. Was mich überraschte wie wenig mir Köln an und für sich gefallen hat. Ich mache das ja ganz stark davon abhängig ob mich eine Stadt so von den Häusern her “catcht” oder nicht. Köln fand Ich durchgehend einfach nur “unschön”. Ich weiss nicht. Solchen Touri-Mumpitz wie den Dom oder so hab Ich mir natürlich nicht angesehen. Das interessiert mich ja nicht die Bohne. Ich bin ja eher so der Typ für die Wohngebiete oder die Stadtränder. Dennoch fiel einem nur schon beim durchfahren der Strassen auf wie vielfältig Köln doch im Vergleich zu Dresden ist. Hier sieht man mal wieder nicht nur DASS sondern WIE SEHR diese ganzen Nazis in Sachsen damit unrecht haben dass bei Ihnen im Bundesland zu viele Ausländer seien. Wenn Ich diesen ganzen Mist von der Überfremdung und “dem grossen Austausch” höre schwillt mir schon wieder der Kamm. Das ist ja im Prinzip auch der Grund für diesen Urlaub gewesen: Ich wollte mal vorfühlen ob das eine Gegend ist in die man ziehen könnte, denn so langsam geht mir dieser failed State Sucksen nur noch auf den Keks mit seinen Nazis!

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Der Dienstag begann damit dass Ich mir eine Bäckerei suchte in der es Kaffee und Teilchen gab. Erstmal lecker Frühstück! Danach steuerte Ich eine Tankstelle an, an der Ich verdutzt feststellen musste dass das E10 das Ich getankt habe genauso teuer war wie der Diesel!

Über Wuppertal ging es dann nach Düsseldorf, in die Landeshauptstadt. Dort fand Ich einen wunderschönen Platz am Hafen der sich toll für eine meiner so beliebten “Ich suche mir einen Platz am Wasser und rauche eine Pfeife”-Touren eignen würde.

Leider wollte Ich aber zuerst was essen gehen. Nach einer ausgiebigen Sightseeing-Fahrt durch die Düsseldorfer Innenstadt und einem Pinkelstopp bei McDonalds holte Ich mir via Drive In einen Big Tasty Bacon im Menü und schob mir den in den Magen obwohl Ich eigentlich keinen Hunger hatte. Warum Ich in den letzten Monaten so stark zugenommen habe ist mir übrigens immer noch ein Rätsel…

Anschliessend fuhr Ich mit dem Auto durch Mülheim-Saarn, was eine sehr schöne Wohngegend ist, zum Landschaftspark Nord in Duisburg. Mann ist das ein geiles Teil! Das ist ein 180 ha grosses Areal auf dem ein stillgelegtes Hüttenwerk steht. Das ist vielleicht eine Atmosphäre am Abend wenn es dunkel wird kann Ich euch sagen.  So ein tolles Areal habe Ich mitten in einer Stadt selten gesehen. Alte Industriebauten kunstvoll in Szene gesetzt, Wege zum spazieren gehen, laufen, Fahrradfahren usw. Leider war es, wir haben Januar, bereits sehr früh am Abend gegen 5 Uhr recht dunkel. Da muss Ich unbedingt noch einmal im Sommer hin! Von einem aufgeschütteten Berg hat man eine tolle Übersicht über das Gelände. Dort genoss Ich die Aussicht bei einem Pfeifchen bevor es zurück zum Hotel ging. 

Eigentlich wollte Ich mir an dem Tag noch die Classic Remise in Düsseldorf ansehen, eine Art Museum mit alten Autos aber Ich war einfach zu faul dazu. 

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Am Mittwoch wollte Ich mir in Duisburg die Sechs Seen Platte ansehen. Im Internet sah das alles so spektakulär aus, vor Ort war das dann allerdings sehr enttäuschend. Es erinnert mich irgendwie an meinen Ausflug an den Senftenberger See vor einiger Zeit: Voll auf Tourismus ausgelegt und einfach nur unschön.

Nach einem Frühstück mit Kaffee und komisch schmeckenden Putenwürstchen im Blätterteig aus einer türkischen Bäckerei, die keine war und “Brinker” heisst, fuhr Ich durch Bochum um ein wenig Sightseeing zu machen. Ich muss sagen dass das echt eine schöne Stadt ist. Dort findet man ganz viele dieser typisch westdeutschen Wohnhäuser im Stile der 80er und 90er Jahre die Ich so liebe. Dort könnte es mir im Gegensatz zu Köln wirklich gefallen, Bochum ist auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert!

Danach fuhr Ich an den Phoenixsee in Dortmund, da Ich im Internet gelesen habe dass es da eine vorzügliche Currywurst geben soll. Leider waren die Parkgebühren dort sowas von unverschämt überteuert (10 Cent für 12 Minuten und eine Höchstparkdauer von drei Stunden – wobei, wenn Ich das im Nachhinein nochmal überdenke ist das gar nicht so teuer. Mist!) dass Ich mir bei McDonalds nach der obligatorischen Pinkelpause erstmal ein Eis holen musste.

Danach fuhr Ich zurück zu meinem Wasserkocher und den Instantnudeln ins Hotel.

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Der Donnerstag begann mit einem Frühstück aus der Bäckerei von dem Ich keine Ahnung habe was es war, aber es war lecker. 

Überland ging es nach Dortmund. Autobahn bin Ich in dem Urlaub nur gefahren wenn Ich schnell nach Hause wollte oder müde war. Ansonsten bin Ich auch längere Strecken übers Land gefahren, denn man will ja auch was sehen von der Landschaft. 

Leider war das Wetter an dem Tag sehr schlecht und Kopfweh hatte Ich auch noch. Ich fuhr ziellos umher und machte irgendwo in Dortmund Halt. Nach einem Nickerchen im Auto war mein Kopfweh besser und Ich beschloss ob des miesen Wetters kurzfristig nach Oberhausen ins Centro zu fahren, der grössten Shopping-Mall in Deutschland.

Alter Verwalter ist das ein Mega-Hammer-Teil! Alleine schon deswegen könnte man sich überlegen in diese Gegend zu ziehen! So eine schöne Mall habe Ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen. Unser “K in Lautern” in Kaiserslautern hat eine Verkaufsfläche von ca. 21.000 m2, die Altmarktgalerie in Dresden die Ich schon toll finde hat ca. 44.000 m2 und das Centro in Oberhausen sage und schreibe 144.000 m2 Verkaufsfläche und 830.000 m2 Gesamtfläche! Ein Wahnsinn!

Das ist ein derart kapitalistischer Exzess gegen den man kaum anstinken kann. Selten habe Ich einen so hübschen Konsumtempel gesehen in dem man, wohl klimatisiert und gut mit allerlei Essen versorgt, ungestört Mammon, den Gott des Kapitalismus anbeten kann!

Nein, im Ernst. Das hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Ich hielt mich dort mehrere Stunden auf und schlenderte durch alle Gänge. Auch wenn ausser auf der “Fressmeile” da keine Geschäfte waren die mich näher ansprachen kann Ich mir schon vorstellen dass das so eine Mall ist in der der typische Nordamerikaner seinen ganzen Samstag verbringt. Mit Shoppen. Essen, spazieren gehen. Ja, das gibt es wirklich: Mall Walking!

Gute zwei Stunden von 15 bis 17 Uhr war Ich dort. Danach ging es wieder zurück zum Hotel. 

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Freitag war der Abreisetag. Bis 12 Uhr musste Ich das Hotel verlassen haben, was Ich mit ausschlafen und Frühstück aus der Wurst-Konserven-Dose gerade so hin bekam. Ich fuhr noch einmal nach Düsseldorf um mir dort Stadtteile mit günstigen Mieten anzusehen. Hamm z. B. war sehr schön. Dennoch glaube Ich nicht dass Ich mir mit meinem Ost-Lohn (mal sehen ob zum Sommer wirklich eine Anpassung auf den Bayern-Tarif für uns kommt) dort eine 2 Zimmer Wohnung leisten kann. Es wird wohl eher auf etwas ausserhalb hinauslaufen, was aber auch nicht das schlechteste ist da ja mehr und mehr Kommunen das Auto auf lange Sicht aus Ihren Städten verbannen wollen. 

Nach einem Abschluss-Essen bei McDonalds und einem Tankstopp ging es gegen viertel vor drei auf die Autobahn gen Heimat. Gegen 18 Uhr war Ich dann wieder in Kaiserslautern. 

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Ja, was kann Ich also abschliessend über diesen Urlaub sagen?

Düsseldorf hat mir relativ gut gefallen, Köln nicht so sehr, aber vielleicht sollte Ich mir da auch mal die Sachen ansehen die man zu Fuss erreichen muss. Wenn Ich denn mal wieder körperlich ein wenig fitter bin. Das hat mir der Urlaub eindeutig aufgezeigt dass Ich so eigentlich nicht weiter machen kann und dringend an meinen 175 Kilos und an meiner Fitness etwas verändern muss. Obgleich Ich zugeben muss dass Ich wenig Hoffnung habe dass das auch klappt. Dazu bin Ich psychisch einfach zu sehr im Keller momentan. Aber nun gut, schauen wir mal. 

Schade war auch dass Ich oft recht müde war und morgends kaum vor 12 Uhr aus dem Hotel gekommen bin. Wenn es dann gegen 17 Uhr schon wieder dunkel wird hat man nicht viel vom Tage wenn man draussen etwas unternehmen will. Selbst wenn man im warmen Auto unterwegs ist und spazieren fährt ist es ja blöde dass man wenn es dunkel ist von der Landschaft kaum was sieht. 

Der Plan ist jedenfalls im kommenden September in meinem Sommerurlaub die Gegend noch ein wenig näher anzuschauen und mal sehen ob das wirklich was ist wo man hinziehen will.

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Zum Schluss noch das finanzielle Fazit:

  • Hotel: 252 €
  • Einkäufe (Getränke, Instant-Lebensmittel, Brot, Dosenwurst): 62,60 €
  • Schwebebahn: 7,30 €
  • Heizlüfter und HDMI Kabel um Laptop an den Hotelfernseher anzuschliessen: 27,98 €
  • Essen ausser Haus (Imbiss, Frühstück, Subway): 57,90
  • Tanken: 173,84

Gesamtsumme 581,62

 

Gefahrene Kilometer: 1.584,26

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