Urlaubsnachbetrachtung

Ja, zwei Wochen nach meinem Urlaub wird es nun mal Zeit für ein kleines Review.

Ich hab wie immer die Sonntage für Hin und Rückfahrt genutzt um ob des verringerten Schwerlastverkehrs auf der Autobahn eine entspanntere Fahrt zu haben. Obwohl Ich in den drei Wochen die Ich bei meiner Mutter war nicht wirklich irgendetwas getan habe was mich verausgabt hat kam Ich doch leider deutlich weniger erholt zurück als erhofft. Die ersten beiden Wochen nach dem Urlaub waren wirklich schlimm. Ich kam morgends nicht in die Gänge, war dauernd müde, hatte keinen Antrieb usw. Ich war wie ausgepowert. Keine Ahnung woher das kam.

Nunja, der Urlaub jedenfalls war trotzdem schön: Einfach mal wieder einen kleinen Tapetenwechsel, endlich mal wieder mit Menschen interagieren, endlich mal wieder was anderes sehen als die eigenen vier Wände zu Hause. Ich komme ja seit Monaten wenn überhaupt mal am Wochenende ein paar Stunden raus und sitze ansonsten den ganzen Tag 24 h in meiner Bude.

Viel unternommen haben wir oder habe Ich nicht. Ich habe ein paar meiner üblichen mehrere hundert Kilometer langen Spazierfahrten durch die alte Heimat gemacht die mich wehmütig stimmten und mir das eine oder andere Tränchen ins Auge getrieben haben,  einmal waren wir bei der Familie der neuen Freundin meines Cousins zum Kaffee eingeladen und einmal haben wir einen Ausflug nach Boppard am Rhein gemacht um eine Freundin meiner Mutter zu besuchen. 

Hier ein paar Bilder von einem Besuch in Bad Dürkheim, wo Ich 2011 meine Reha gemacht habe:

Das Wetter war prächtig und Ich konnte in schönen Erinnerungen schwelgen. Ein toller Tag!

Ja, der Ausflug nach Boppard war eines der Highlights des Urlaubs. Wir hatten wunderbares Wetter, konnten in der Fussgängerzone esse gehen und machten auch eine kleine Schifffahrt auf dem Rhein. Hier ein paar Bilder davon:

Boppard ist eine sehr schöne, kleine, und vorallem gemütliche Stadt. Ich stand seit Jahr(zehnt)en das erste mal wieder direkt am Rhein und war schon beeindruckt von diesen Dimensionen. Die Elbe hat hier in Dresden ungefähr eine Breite von 160 m (ca. Angabe aus Google Maps am Terrassenufer). In Boppard sind das mal locker 400 m an mancher Stelle. Das beeindruckt schon, wenn man da den “alten Gevatter Rhein” so vor sich fließen sieht und dann links und rechts unmittelbar in Ufernähe diese rieseigen Felsen in den Himmel aufsteigen sieht. Der Fluss hat sich ja da viel tiefer in die Landschaft gegraben als die Elbe hier in Dresden. 

Nein, nicht nur landschaftlich im Sinne von Natur, sondern auch landschaftlich im Sinne von Architektur habe Ich mich da auf einmal viel heimischer gefühlt. Überall konnte man die “alte BRD” fühlen wie mein Onkel jetzt sagen würde. Irgendwo gab es sogar eine Hausanschrift die man vom Wasser sehen konnte und da stand doch tatsächlich “Schiffahrt”. Hach ja…

Je öfter und je länger Ich “drüben” bin um so mehr erwacht in mir die Sehnsucht hier aus Dresden wegzuziehen und wieder “rüber zu machen”. Es ist einfach ein ganz anderer Schlag Menschen als hier in Sachsen. Dazu muss man sich mit den Menschen nicht einmal unterhalten, man kann schon an der nonverbalen Kommunikation erkennen, dass man da eher auf einer Ebene ist. Ich kann das schwer in Worte fassen…

Nunja, jedenfalls wurde mein Entschluss in nicht allzu ferner Zukunft hier in Dresden meine Zelte abzubrechen und wieder gen Westen zu ziehen. Mal sehen wie sich die Lohnerhöhung die wir ab Januar oder so bekommen sollen, weil meine Abteilung (oder besser gesagt die Anbindung meines Homeoffice) organisatorisch von Sachsen nach Bayern wechselt, auf meinen Geldbeutel auswirkt. Wenn das stimmt was Ich mir da so zusammen gerechnet habe sollte mein Netto von 1600 um nicht ganz 400 € auf ca. 2000 € ansteigen. Wenn man es dann schafft eine gewisse Zeit lang die gewohnten Lebensverhältnisse beizubehalten kann man in relativ kurzer Zeit eine schöne Stange Geld beiseite schaffen um sich damit einen “rundum sorglos Umzug” zu finanzieren. Schau mer mal…

Ja, das zweite, Ich will nicht sagen einschneidende aber zumindest interessante Ereignis in meinem Urlaub war, dass mich mein Cousin dazu überredet hatte mit Ihm und seiner Freundin unseren Opa, also den Vater meiner Mutter, im Altersheim zu besuchen. Eigentlich bin Ich da nur mitgegangen meinem Cousin zu liebe. Ich persönlich hätte es nicht gebraucht. Mir reicht schon das, was meine Mutter mir immer über Ihn ins Ohr nörgelt wenn Sie mich anruft – was ganz schön viel ist wenn man bedenkt dass Sie eigentlich den Kontakt zu Ihm abgebrochen hat. 

Nunja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe die beiden am Samstag Nachmittag bei schönem Wetter also abgeholt und wir besuchten Opa im Kessler -Handorn Heim. Ich konnte mich nicht bremsen so dass mein erster Gedanke war “schön chic hier, kostet bestimmt ne menge Geld, mal gespannt was am Ende dann noch zum Erben übrig ist”. Das ist so ein Gedanke an dem man sieht wie der Hass meiner Mutter auf Ihren Vater auf mich abfärbt, denn eigentlich will Ich gar nichts erben., Ich will auf meinen eigenen Beinen stehen und bin froh wenn Ich mich und mein Leben selbst finanzieren kann. Aber nun gut…

Opa landete wohl in dem Heim weil er einen (oder zwei???) “Selbstmordversuche” (keine Ahnung wie ernst man das da bei Ihm nehmen muss) hinter sich hatte bei denen er wohl jeweils eine Familienpackung Schlaftabletten fressen wollte. So ganz hab Ich das nicht geblickt, meine Tante, die Schwester meiner Mutter, hat sich da wohl um alles gekümmert. Zu der hat meine Mutter ja wegen “unüberwindbarer Differenzen” nun auch keinen Kontakt mehr. Eigentlich. Ach ja, es ist kompliziert. Meine Mutter tut sich schwer Kontakte zur Familie auch dann konsequent abzubrechen auch wenn Sie Ihr nicht guttun. Obwohl meine Tante meiner Mutter nur noch Vorhaltungen macht dass Sie sich (aus Gründen die in der weiten Vergangenheit liegen und die Ich gut nachvollziehen kann) nicht um Opa kümmert schafft Sie es nicht einen Schlussstrich zu setzen. Ich bin da konsequenter. Ich hab meine beiden Tanten, also die Schwester meiner Mutter als auch die Schwester meines Vaters samt deren Familie in diesem Urlaub nicht einmal kontaktiert. Warum auch? Die fragen ja das ganze Jahr auch nicht nach mir. Da ruft keiner mal an oder meldet sich usw. Also was soll das? Dazu kommt dass Opa anscheinend nicht versteht warum meine Mutter keinen Kontakt mehr zu Ihm will. Das finde Ich sehr bedenklich da hier anscheinend jedwede Selbstreflektion zu fehlen scheint. Nunja…

Jedenfalls verbrachten wir den Nachmittag damit uns anzuhören wie Opa sich über die anderen Heimbewohner und deren Demenz lustig machte. Für Ihn war Schwäche – vorallem geistige Schwäche – schon immer etwas mit dem er nicht umgehen konnte. Meine Mutter engagierte sich einige Zeitlang privat, solange es Ihre Gesundheit noch zuließ, viel in der Behindertenarbeit bei Ausflügen und Freizeiten usw. Das nahm mein Opa gerne zum Anlass um sich mit Sprüchen wie “du und deine Schwachsinnigen” oder “sowas wäre bei Hitler vergast worden” darüber lustig zu machen. Er scheint da ein vollkommen verzerrtes Bild der Realität zu haben und nicht zu verstehen warum keiner mehr Kontakt zu Ihm haben will aber nun gut. Ich hätte den Besuch wie gesagt nicht gebraucht und so wie sein aktueller physischer Gesundheitszustand ist war es auch vielleicht das letzte mal dass Ich Ihn gesehen habe. 

Ja, das soll Sie also gewesen sein meine kleine Urlaubsnachbetrachtung. Die ersten beiden Wochen nach dem Urlaub waren leider relativ anstrengend. Ich meine, nicht dass Ich mich arbeitsmässig verausgaben würde, im Gegenteil. Durch die Umstrukturierungen bei meiner Firma schwindet mein Wille zur Produktivität täglich ein kleines Stück mehr. Die Hälfte des Tages oder mehr sogar mache Ich eigentlich nicht das was Ich soll. Aber nun gut. Ich weiss auch nicht, es ist eher eine allgemeine Mattheit, eine dauernde Müdigkeit und eine Lustlosigkeit. Mit Mühe bekomme Ich meinen Hintern am Wochenende für ein paar Stunden aus der Wohnung – die im übrigen sich immer mehr dem Zustand einer Behausung von so einer RTL-Messie-Doku nähert (OK, ganz so schlimm isses nicht. Ich horte hier keine Tiere, gammeligen Lebensmittel oder schmutziges Geschirr. Es steht hier halt eben nur viel zu viel Zeugs rum – alleine vier Umzugskisten alter Videokassetten, eine Kiste DVDs und einen ganzen Satz Schallplatten hab Ich diesen Urlaub aus dem Haus meiner Mutter mit hier hergebracht obwohl Ich dafür eigentlich keinen Platz habe…). Ach ja, es ist schlimm das alles. Nunja, schau mer mal…

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