Eine Woche Isolation

So, da ist sie nun um, die Arbeitswoche. 

Endlich!

Meine Güte, was haben sich die letzten paar Tage hingezogen! Am Donnerstag vor einer Woche war Ich ja einkaufen, freitags dann mit der Kollegin im Park spazieren und danach war Ich nun volle sieben Tage zu Hause. Ich kam Freitag Nachmittag von unserem Spaziergang zurück und habe meine Wohnung erst heute Nachmittag gegen fünf Uhr wieder zum Einkaufen verlassen. 

Ich glaube das könnte ein neuer Rekord sein. Selbst damals, als Ich 2010 oder 2013 arbeitslos war und noch zu Hause bei Mutti gewohnt habe, gab es immer mal wieder einen Grund das Haus zu verlassen, obwohl man keinen geregelten Job hatte. Einkaufen und Besorgungen machen, jemanden irgendwo hinfahren (z. B. zum Arzt) oder Erledigungen für andere Leute machen usw. Ich war zwar schon immer eher ein Stubenhocker, aber das hier war nun echt heftig!

Ja, über die Osterfeiertage hatte Ich, trotz schönem Wetter, nicht wirklich Lust raus zu gehen. Ich wollte nicht schon wieder spazieren gehen und was will man in der aktuellen Situation sonst draussen machen? Man kann nicht essen gehen, nicht Kaffee trinken gehen, nicht „shoppen“ gehen, ja nicht mal in meinen heißgeliebten Baumarkt, den Ich mittlerweile wirklich sehr vermisse, darf Ich gehen. Das schmerzt wirklich ein wenig, denn jetzt wo Ich die ganze Zeit zu Hause bin hätte Ich Lust ein wenig zu renovieren. Ich könnte mir ein paar Regale zusammenzuzimmern und das zweite Zimmer meiner Wohnung ein wenig auf Vordermann bringen. In diesem Kisten-Chaos dort müsste dringend man Ordnung gemacht werden. 

Aber, Ich will mich nicht beschweren. Denn Ich glaube selbst wenn Ich in den Baumarkt dürfte, würde Ich nicht hingehen. Ich vermeide wirklich jede Gelegenheit bei der Ich mich irgendwie anstecken könnte. Denn, wie schon geschrieben, wäre es sehr ungünstig wenn Ich krank werden würde und müsste mehrere Wochen zu Hause bleiben. Mittlerweile hätte Ich zwar vielleicht genug Lebensmittel gebunkert um ein einige Zeit über die Runden zu kommen, aber das muss ja nicht sein. 

Ich habe ja nun gesehen was das mit einem macht wenn man nur eine Woche alleine zu Hause ist. Das reicht ja schon um gaga im Kopf zu werden. Wenn Ich mich dann zwei oder mehr Wochen zu Hause isolieren müsste weil Ich infiziert wäre, was ja auch richtig ist, würde Ich glaube Ich durchdrehen. 

Daher: Immer schön Abstand halten und so wenig wie nötig Kontakt mit anderen Menschen haben!

Was mir heute beim Einkaufen fahren auffiel, ist dass die Stadt zwar tatsächlich wie ausgestorben war (abgesehen von den Autos die unterwegs waren) und man kaum Fussgänger gesehen hat. Doch das mit dem Abstand halten im Supermarkt klappt schon wieder nicht richtig! Bei Aldi vorhin hat sich dann auch einer mit 20 cm Abstand hinter mich an die Kasse geklemmt. Arrrrgh!

Mein „Homeoffice“ mit Laptop zum nebenbei Filme schauen wenn grad mal wieder Leerlauf ist

Ja, Stichwort Arbeit! Die Mailanfragen kommen bei uns im Kundendienst im Moment eher so stossweise rein. Morgens in der Frühschicht machst du um halb acht den Rechner an und hast das Postfach vollgeballert mit Zeug und wenn das weg ist kann es sein dass dann den Rest des Tages nur noch tropfenweise Sachen reinkommen. Den anderen Tag ist es genau umgekehrt oder man hat Tage da ist die ganze Zeit tote Hose.

Das blöde ist, dass unser Windows von der IT so eingestellt ist dass der PC nach 10 Minuten Inaktivität in den Ruhemodus geht. Ausserdem haben wir so ein Programm auf dem Rechner mit dem du sehen kannst welcher der Kollegen gerade angemeldet ist, wer telefoniert oder wessen PC gerade aus ist (oder besser gesagt wer nicht in Windows angemeldet ist und im Ruhemodus ist). Das ist im Büro auch ganz praktisch, denn so kann man sehen wen man anrufen kann und wer gerade spricht oder nicht da ist. 

In der jetzigen Situation, wo man auch mal Phasen hat in denen nichts los ist, oder, Ich sag es ganz offen so wie es ist, es Phasen gibt in denen Ich einfach keinen Bock habe zu arbeiten weil mir die Decke auf den Kopf fällt, ist das natürlich schlecht wenn sich der PC abmeldet weil du im Bett liegst. 

Doch die freie Zeit zwischen den Anfragen macht erfinderisch, und so habe Ich nun einen „ANwesenheitsassitenten“ erfunden! 

Ja, Ich weiss, Ich muss die mal putzen…

Solange an der Tastatur nämlich irgend eine Taste gedrückt wird schaltet der PC sich nicht in den Ruhemodus. 

Ich hab nämlich keinen Bock dass es mir so geht wie einer Kollegin die mittlerweile Dauerthema im „Flurfunk“ ist da sie dauernd nicht angemeldet ist. Wobei die vorher schon nicht den Ruf einer Fleissmeise hatte…

Das klingt jetzt vielleicht arschig oder nach Kollegenschwein und man könnte denken der Philipp ist eine faule Sau der den Anderen nur vorgaukeln will dass er arbeitet. Ganz so ist es aber nicht. Ich versuche wirklich meinen Kram zu machen und wenn Ich sehe dass im Postfach schon wieder 30, 40, 50 Anfragen drin sind dann setz Ich mich auch hin und „keule“ die runter wie ich immer so schön sage. Oft sind es aber auch Sachen die nicht in meine Zuständigkeit fallen und die Ich nicht machen kann oder darf oder soll oder wie auch immer. 

Ich ja versuche wirklich mich die meiste Zeit zusammenzureissen und zu 95 % klappt das ja auch. Dennoch hat man immer mal wieder Phasen in denen die Lust zu arbeiten einfach in den Keller geht und in denen dann auch kein Kaffee mehr hilft.

Kaffee ist auch ein gutes Stichwort: Sonst bin Ich ja immer mit anderthalb Tassen Kaffee über den Tag gekommen, die Ich mir morgends mit auf Arbeit genommen habe. Seit Ich zu Hause arbeite hab Ich das Gefühl mein Konsum ist auf das doppelte oder dreifache angestiegen. Dennoch bin Ich abends oft genau so müde und K.O. wie sonst auch. Das kann aber auch an der fehlenden Bewegung und zu wenig frischer Luft liegen. Immer nur zu Hause sein macht schläfrig. 

Nunja, Ich werde es überleben. Ich hab mich ja eh schon mit der Vorstellung angefreundet dass das ganze noch bin in den Juni hinein geht oder sogar länger. In den Medien heisst es ja jetzt dass z. B. Grossveranstaltungen noch relativ lange ausfallen, d. h. das mit dem Oktoberfest wird sehr kritisch, Weihnachtsmärkte müssen wir mal sehen…

Die Kollegen, vor allem eine alleinerziehende Kollegin, stöhnten da schon mehr als Ich die Tage prognostizierte dass das wohl noch ein paar Wochen so weiter geht. Verständlicherweise. Mir einem Kindergartenkind zu Hause ist das ganze ja noch ein mal einen Tick härter!

Nunja, nützt ja alles nüscht! Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt. 

Wir müssen das beste draus machen und eben hoffen dass es in absehbarer Zeit besser wird. 

Harren wir der Dinge die da kommen…..

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