Aufbruch, Kapitel 5: Deal!

Ich hatte vorzüglich geschlafen. Gegen 8 Uhr hüpfte Ich aus den Federn und sprang unter die Dusche. Ich konnte es kaum glauben. Ich war in Berlin! Ich musste mich unweigerlich kneifen. Endlich in der Stadt meiner Träume.

 

Nach dem duschen zog Ich mich an und machte mich fertig fürs Frühstück. Unten angekommen setzte Ich mich in den Frühstücksraum zu den andern und genehmigte mir erst einmal eine Tasse Kaffee.

 

Nach ein paar Brötchen mit Marmelade und einer weiteren Tasse Kaffee machte Ich mich auf den Weg. Ich schnappte mir ein Taxi und fuhr zum Hauptbahnhof. Dort kaufte Ich mir eine Zeitung mit Wohnungs- und Stellenanzeigen und setzte mich in ein Café am Friedrich List Ufer. Bei einem weiteren Braunen kreiste Ich mir interessante Annoncen an und machte meine ersten Telefonate. Währenddessen beobachtete Ich die Menschen die vor dem Café auf und ab gingen. Es war für die Jahreszeit ungewöhnlich warm und in der Sonne konnte man es ohne Jacke aushalten. Ich sah Mütter mit Ihren Kindern beim Einkaufsbummel zu, einige heruntergekommene Subjekte fischten Flaschen aus Mülleimern, Studenten saßen gegenüber am Alexanderufer, alles in allem ein recht buntes Treiben hier.

 

Nach einer Weile, das Café hatte sich recht gut gefüllt, sah Ich eine junge Frau, etwa in meinem Alter am Tresen stehen und sich mit Ihrer Tasse Kaffee nach einem Platz umschauend. Nachdem sie Blickkontakt aufgenommen hatte winkte Ich sie herüber, was mir ein lächeln einbrachte. Ich deutete auf den Platz mir gegenüber und faltete meine Zeitung zusammen.

 

„Darf Ich?“ fragte Sie.

Ich nickte. „Aber sicher.“ Ich legte die Zeitung auf den freien Stuhl neben mir und zog meine Tasse näher zu mir.

„Es geht schon, Danke.“ Sagte sie während sie sich setzte. Sie legte Ihren hellen Mantel über den anderen der beiden freien Stühle und begann Milch und Zucker in den Kaffee zu rühren.

„Voll hier.“

„Ja.“ Sagte Ich und nickte.

„Sind sie öfters hier?“

„Nein, das erste Mal in Berlin. Ich bin noch auf Wohnungssuche.“

„Ohjeh! Na dann herzlich Beileid.“ Sie lächelte mich an und nippte an Ihrem Kaffee. Von wo kommen Sie denn, wenn Ich fragen darf?“

„Aus Kaiserslautern.“

„Oh, aus der Pfalz. Ja, da solls auch schön sein.“ Ich nickte.

„Ja, aber irgendwann braucht man mal eine Veränderung.“

„Hm, das kenne Ich. Ich komme aus dem Ruhrgebiet, Essen.“

„War Ich leider auch noch nicht“ konstatierte Ich. „Ich heiße übrigens Philipp.“

Ich streckte meine Hand aus.

„Simone.“

Ich nickte. Ihre Hand fühlte sich an wie Samt. Sie hatte lange Fingernägel mit French Manicure.

„Und was führt Sie hierher?“

„Hm, die Arbeit. Ich habe in Essen in Webdesign gemacht und suche nun her eine neue Herausforderung. Irgendwie ging mir da alles auf den Keks.“

„Ich kenne das. Geht mir ähnlich.“

„Und Sie?“

Hm, ja. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz wo es hingeht. Ich habe in Kaiserslautern Bürokaufmann im zweiten Bildungsweg gemacht und suche nun hier eine Arbeit. Dort habe Ich noch zuhause gewohnt.

Sie nickte. „Ja, Ich habe auch lange bei meinen Eltern gewohnt. Gerade während der Ausbildung war das OK. Aber danach…“

Ich nickte. „Ja, Ich kenne das.“

Ich bestellte uns noch einen zweiten Kaffee und irgendwie kamen wir wieder auf das Thema Wohnungssuche zu sprechen.

„Ich kenne da jemanden, ein Arbeitskollege von mir, die haben gerade eine WG gegründet. Ich könnte ja mal anfragen, wenn sie wollen.“

Ich schien sichtlich überrascht zu wirken.

„Was ist. Hab Ich was Falsches gesagt.“

„Nein, nein, um Himmels willen. Ich bin nur ein wenig überrascht. Gestern angekommen und heute schon ein Angebot für eine Wohnungsbesichtigung.“

„Nun, was ist?“

Ich nickte. „OK, Ich seh’s mir an.“

Ich gab Ihr meine Nummer und sie sagte Ihr Bekannter würde sich bei mir melden.

Nach einer Weile hatten wir unseren Kaffee ausgetrunken und verabschiedeten uns.

„Alles klar. Hat mich sehr gefreut.“

„Mich auch. Danke“ entgegnete Ich.

Wir gaben uns die Hand und Ich hielt Ihr beim Hinausgehen noch die Tür auf. Kaum hatte Ich mich umgedreht war Sie auch schon in Richtung U-Bahn verschwunden. Leicht verzückt musste Ich mich am Kopf kratzen als Ich mich auf den Weg in Richtung Bahnhof machte. Ich schlenderte über die Bahnsteige und machte mich langsam in Richtung S-Bahn auf.

 

Nach einer Weile war Ich zurück am Brandenburger Tor uns machte mich auf zurück in mein Hostel. Ich betrat die Lobby und ging zielstrebig auf einen der Aufzüge zu. Nachdem Ich in meinem Zimmer angekommen war telefonierte Ich kurz mit Kaiserslautern, nur das nötigste. Danach legte Ich mich auf mein Bett und döste ein wenig vor mich hin.

Ehe Ich mich versah wurde Ich wieder wach und schaute auf meine Armbanduhr. Die Zeiger logen nicht. Kurz nach 6. Anscheinend musste Ich eingeschlafen sein.

 

Ich rappelte mich auf und ging ins Badezimmer. Dort warf Ich mir ein wenig Wasser ins Gesicht bevor Ich mir ein frisches Hemd aus dem Koffer fischte und es mir überzog.

 

Ein wenig Eau de Toilette und Ich war bereit. Schließlich war Freitagabend und den wollte Ich nicht hier in der Bude versauern.

 

Als Ich die Tür hinter mir verschloss nahm Ich mein Telefon in die Hand und checkte meine Mailbox. Ein Anruf in Abwesenheit. Ich hörte die Nachricht ab. Ein gewisser Freddie. Anscheinend der Wohnungskontakt von heute Mittag aus dem Café. Ich handelte kurzentschlossen und rief umgehend zurück.

 

Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein junger Mann von geschätzten 28 – 30 Jahren. Ich erklärte wer Ich war und hatte zwei Minuten Später einen Besichtigungstermin für heute Abend in der Tasche. Das lief ja wie am Schnürchen.

 

Freudestrahlend steckte Ich das Handy in die Tasche überschlug kurz meine Planänderung und machte mich auf den Weg. Ich nahm die Tram, die nur ein kurzes Stück vom Hostel entfernt hielt.

 

 

Nach kurzer Zeit war Ich im Zentrum von Lichtenberg angekommen. Ich nahm mein Handy und versuchte mich zu orientieren. Nach einiger Zeit winkte Ich ein Taxi heran und stieg ein.

 

„Schleizer Straße 88“ sagte Ich. Der Wagen fuhr los und gute fünf Minuten später waren wir da. Ich hatte Glück und bekam noch den Kurzstreckentarif.

 

Ich stieg aus und begutachtete das Haus von außen. Eines dieser typischen 2000er urbanen Mietshäuser, gleich 6 baugleiche davon nebeneinander. Doch alles in allem machte es einen gepflegten Eindruck. An der Tür klingelte Ich bei Müller/Schröder/Franzen. Nach einer Weile ertönte der Summer und Ich konnte eintreten. Im Hellen Hausflur öffnete sich ein Stockwerk höher eine Tür. Ich stieg hinauf und wurde von eben jener jungen Frau begrüßt, die Ich tags zuvor in dem Café am Hauptbahnhof kennen lernen durfte.

 

Wir lächelten uns an und merkten dass wir nur wenige Worte brauchten um uns zu verstehen.

 

„Hallo, na so eine +Überraschung.“ Sagte Ich.

„Hallo. Wie geht’s?“

„Gut, und Ihnen?“

Danke, aber Ich denke wir können ruhig du sagen.“

„Klar. Sicher.“

 

Ich trat ein und Simone führte mich in die Küche. Dort saß ein junger, ca. 26  Jahre alter Mann, Jeans, T-Shirt und schwarze Hornbrille.

 

„Hallo. Ich bin Klaus“

„Philipp. Danke.“

„Joa, Simone hat gesagt du brauchst ne Bleibe.“

Ich nickte. „Ja, und das schnell.“

„Ja, wir haben hier noch ein Zimmer frei. In dem anderen woher Ich und in das andere wird Simone wahrscheins einziehen“

„Oh,“ stutzte Ich. „davon sagtest di gestern noch gar nichts.“

„Ja, das war noch nicht ganz so scher gestern, weißte, Ich und mein Freund. Naja, das klappt im Moment eben nich so und von daher…“

Ich nickte. „Verstehe.“

„Ja, also, wenn du willst kannte dir die Bude ja mal ansehen.“ Machte Klaus den Vorschlag. Ich stimmte ein und wir erhoben uns.

 

Die Führung begann im Badezimmer. Tageslichtbad, Dusche, Doppelwaschbecken, WC, Super. Nebenan war das Wohnzimmer. Groß, zwei Sofas und ein Fernseher. Tisch und Stühle. Daneben Klaus Zimmer. Eher spartanisch eingerichtet. Bett, Schreibtisch, Schrank, Kommode. Fertig. Ich liebe das. Das dritte Zimmer stand leer. Hier solle Simone einziehen wie Ich erfuhr. Und schließlich das Zimmer das an mich zu vergeben wäre. 20m², hell, freundlich, Parkettboden, ein Großes Fenster. Klasse!

 

„Ja, das sollte es dann sein. 200 warm mit allem drum und dran. Ab sofort.“ Klärte mich Klaus auf. Ich sah mich ein wenig um und nickte.

 

„Schön schön.“ Das wär’s doch dachte Ich für mich.

 

Zurück in der Küche fiel mir die Terrassentüre auf die auf den kleinen rückwärtigen Balkon führte Südseite, ein Tisch 2 Stühle, Nett.

„Ja, das wär das was wir zu bieten haben. Ein Monat Probezeit, und ansonsten ma gucken. Und?“ fragte Klaus.

Ich nickte und meinte „Ja, Ich suche Ihr habt, von meiner Seite aus würde das passen!“

„Dann schlag ein!“

Mit einem Handschlag wurde der Deal besiegelt. Ich liebe solch unkomplizierte Geschäfte.

 

Ich konnte ein Lächeln auf Simones Lippen erkennen. Ich freute mich genauso.

 

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