Aufbruch, Kapitel 2: Der erste Schritt

Eine Woche später. Wir hatten uns wieder eingekriegt. Rational bedacht war es das beste was Ich machen konnte. Sofort ins kalte Wasser springen. Alles andere hatte keinen Sinn. Ich kenne mich. Jetzt oder nie.

 

Auch Ich hatte mir das in den letzten Monaten gründlich überlegt. Und am Schluss doch mit mir übereingekommen dass es für alle das beste sei. Wenn Ich da in die Verwandtschaft schaue, nicht weit, da sieht man wie das auch schief gehen kann.

 

Gegen 12 Uhr wurde Ich wach.Ich schaltete ziellos durch die Programme und landete schließlich bei einer dieser Gerichtsshows hängen. Das Nachmittagsprogramm plätscherte so in mich hinein. Zwischendurch gab es Wasser und Käsetoast.
Es war einer dieser Tage von denen Ich diese Woche zu viel hatte.

Die Zeit verging uns der Abend brach herein. Ich machte mir Gedanken was Ich nun tun sollte.
Am nächsten Tag suchte Ich Stellen aus dem Internet. Ein .com Unternehmen in Mitte, eine Spedition in Friedrichshain, eine Straßenmeisterei in Siemensstadt, eine Brauerei, ein Tiefkühlverteilzentrum…
Ich schlurfte durch den Tag, schrieb einige Bewerbungen, trank Kaffee, sah fern. Das übliche eben.
Nachmittags ging Ich einkaufen, den Rest des Tages sass Ich vorm Fernsehen.

Ich brauchte mall wieder einige Zeit für mich. Ich hatte zwar im Sommer 2 Wochen Urlaub, aber dennoch. Ich konnte eine Auszeit gebrauchen.

Abends rief Ich Peter an. Er wollte mir sein Wohnmobil leihen. Mir war klar, dass es schwer swin würde ad hoc eine Wohnung zu finden. Seit Wochen tummelte Ich mich auf WG Mitbewohner Zentralen. Bisher leider ohne Erfolg.
Ich hatte Glück, das mit dem Wohnmobil ging klar. Peter brauchte es erst wieder im Juni. Ich könne die Tage vorbeikommen und es abholen.

Ich fühlte mich wie ein kleines Kind. Einerseits freute Ich mich, andererseits war mir etwas mulmig.

Einen Tag später ging Ich bei Peter vorbei. Ich klingelte und eine Zeit später wurde mir geöffnet.

“Hallo”

“Hallo Joe, altes Haus. Wie geht

s?”

“Gut, gut, danke.”

“Komm rein, Kaffee?”

“Ja, gern.”

“Soso, Berlin. Mann. Du machst ernst, oder was.”

“Yep. Einmal muss man sich ja trauen. Ich kann die sagen, Ich bin froh wenn Ich hier weg bin. Endlich frei.”

“Kann Ich mir denken. Und wie stellst du dir das vor?”

“Na ja, Ich denke Ich versuche erst mal eine Wohnung zu finden, oder zumindest ein WG Zimmer. Du weißt ja, ohne Wohnung keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung. Grade da in so einem Ballungszentrum ists eh Horror eine bezahlbare Wohnung zu finden.”

“Ich weiß, Ich weiß.”, sagte Peter und gab mir eine Tasse Kaffee. Ich nahm mir Milch und Zucker und wir setzten uns an den Küchentisch.

“Mann, Ich weiß noch. Als Ich früher in der Hauptstadt unterwegs war. Anfang 90. Das waren Zeiten. Goldgräberstimmung sag Ich dir. Die Ossis da hab einem jeden Scheiß abgekauft. Hauptsache made in China. Was haben wir da Geld gescheffelt.”

Ich nickte. “Ich weiss, ja, das waren Zeiten.”

“Ja, das Wohnmobil. Ich brauchs vorm Sommer eh net. Ich weiss, Ich kenn das. Da ne Wohnung zu finden is der Horror. Ich hab noch nen Kumpel da oben, der versucht seit nem halben Jahr umzuziehen. Kannste vergessen.”
Ich nickte und trank meinen Kaffee aus.

Das Wohnmobil war zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch in Top Zustand. Peter schloss auf und ging vor.

“Bett, Tisch, Küche, Bad, Fahrerhaus, Fernseher. Übersichtlich.”

Ich nickte. “Schön schön.”

“Ich brauchs ja vorm Somer eh net, und hier stehts nur rum. Schlüssel, vollgetankt zrück. Ne!”

“Logo. Mann, Danke nochma.”

“Ja ja, kene Rede. Bin doch da.”

“Mann, Ich schmeiss dir auch ma wieder nen Stein in den Garten. Und wenn das alles so klappt wie Ich mir das irgendwann mal vorstelle kommste mich ma besuchen. Hand drauf.”

“Ja ja. Schau mer ma.”

“Nix da, das mache mer. Das wird was.”

“Mann, da kann ma ja nur die Daumen drücken, das das was wird. Für mich wär das ja nix so ne Grosstadt, aber euch junge Leute. Ihr habt das Leben ja noch vor euch. Jaja, jung müsste man nochmal sein.”

“Hör auf….”

Ich bedankte mich bei Peter und machte mich auf den Weg nach Hause.

Zuhause angekommen stellte Ich das Gefährt gegenüber meinem Haus ab. Ich hatte es nicht eilig.

Zurück in meiner Wohnung liess Ich meine Gedanken schweifen. Was sich wohl so ergeben würde…

Aber, Vom träumen kann man net leben. Also fing Ich an ein paar Sachen zu packen, Kleider, Schreibsachen, Laptop, Essen, Wasser, was man eben so alles gebrauchen kann. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind das zum ersten mal ins Ferienlager darf. Angst und Aufregung in einem sentimentalen Gefühlscocktail aufgemischt mit einer Priese Tatendrang. Ich fühlte einen Wendepunkt in meinem Leben eintreten.

Ich konnte es eigentlich immer noch nicht fassen dass Ich miuch tatsächlich aufgerafft hatte. Ich hatte ja leider immer noch keine Aentwort zu einer meiner Bewerbungen erhalten. Dennoch blickte Ich zuversichtlich in die Zukunft

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Filed under Aufbruch, Fortsetzungsgeschichten

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