Gendern ist kein Irrtum

Gerade bin Ich über zwei Artikel mit dem Namen “Gendern ist ein Irrtum” (A1 und A2)auf dem Blog von Frank gestolpert, die mich an meine beiden Blogartikel über das gendern haben denken lassen. 

Frank schreibt dort: “Als Begründung für das Gendern liest man oft, dass Menschen beim Lesen oder Hören von Berufsbezeichnungen nur an Männer denken würden oder sogar automatisch das Bild eines Mannes im Kopf hätten. Aber stimmt dieser Vorwurf?”

Dazu muss Ich sagen: Ja, bei mir ist das so. Wenn jemand zu mir sagt: Ich gehe zum Arzt habe Ich zumindest in der ersten Sekunde einen Arzt vor meinem geistigen Auge und keine Ärztin.

Auch wenn jemand zu mir sagt “Ich musste den Klempner rufen weil…” dann denke Ich an einen Mann und nicht zuerst an eine Frau. Frank leitet die Tatsache dass hier das generische Maskulinum vorherrscht so ab, dass er sagt dass das alles Berufe sind die erst in jüngeren Jahren auch von Frauen ausgeführt werden. Das mag sein. Ich finde es ja auch blöd, dass man immer noch Krankenschwester und nicht Krankenpflegerin sagt. 

Schliesslich kommt das ultimative Totschlagargument, das gefühlt immer kommt, wenn jemand vom gendern spricht: 

Zitat: “Über die Substantivierung der Partizipialform daraus „Studierende“ zu machen, ist aber nicht die Lösung. Warum, wurde schon oft erklärt. Allgemein lässt es sich so beschreiben: Macher sind Personen, die generell etwas tun oder können, ohne dass sie aktuell gerade damit beschäftigt sein müssen. Machende sind diejenigen, die es gerade tun. Studierend ist also jemand, der diese Tätigkeit im beschriebenen Moment ausführt. Ein Studierender ist beispielsweise ein Baggerfahrer, der in seiner Freizeit gerade aus einer schlecht übersetzten Bedienungsanleitung schlau zu werden versucht. Dazu muss er aber nicht Student sein. Baggerfahrender ist er in dem Moment natürlich nicht, denn er kann ja nicht beides gleichzeitig tun. Ein Student wird dagegen nicht ständig ein Studierender sein, manchmal sitzt er auch in einer Kneipe oder er schläft. Schlafende Studierende kann es insofern nicht geben – entweder oder. Selbst mit Multitasking ließe sich das nicht lösen.”

Und das ist für mich ein Nonsens-Argument. Meiner Meinung nach ist das einfach nur eine Gewohnheitssache, so wie man sich langsam daran gewöhnt hat dass eben in den Medien immer öfter “Studierende” genannt werden statt “Studenten” oder “Studentinnen und Studenten”. 

Nach dem Artikel liess Ich mich dann zu folgendem Kommentar hinreissen: 

[Meiner Meinung nach ist es nicht zielführend bestehende Wörter mit Sternchen, Lücken oder was auch immer zu ändern. Warum kann man keine neuen Wörter erfinden wie man das bei den Studierenden schon gemacht hat.

Die Arbeitenden, Liebe Lesende(n) statt Leserinnen und Leser, Klempnernde(n), Schreinernde(n), Uhrmachende(n), Sprechende(n), usw. Und wenn man ein bestimmtes Geschlecht meint, dann kann man ja weiterhin die alte Form verwenden: Klempner / Klempnerin, Uhrmacher, Uhrmacherin.

In einem zweiten Schritt könnte man darüber nachdenken, wie man bei der weiblichen Form das „Anhängsel“ -in „entdiskriminiert“. Vielleicht so, dass man bei den Männern ein -an oder was auch immer anhängt. Klempneran und Klempnerin, Sprecheran und Sprecherin usw.

Ich sehe der Diskussion aber eher gelassen entgegen. Viele jüngere Menschen ist das ein wichtiges Thema und sie treiben die Diskussion weiter. Was Ich bei den Umfragen zu gendern ja oder nein oft vermisse ist eine Aufschlüsselung nach dem genauen Alter der Befragten. Ich bin mir recht sicher, dass die hohen Ablehnungswerte durch den großen Anteil an „Baby Boomern“ in der jetzigen Altersstruktur kommen.

Kommentar Ende]

Weiter gedacht könnte man darauf hinarbeiten, wie im englischen immer nur noch eine Form für beide Geschlechter zu haben: Aus dem englischen “the plumber” wird das deutsche “d Klempnernde”. Da bei uns alle drei bestimmten Artikel im deutschen, also der, die und das, mit “s” beginnen, könnte man daraus doch ein deutsches “the” machen und einfach nur ein “d” schreiben. Im englischen klappt das ja beim unbestimmten Artikel “a” auch, das ist ja auch nur ein Buchstabe. Oder man erfindet einen ganz neuen Artikel. 

Jedenfalls bin Ich durch die Lektüre der beiden Artikel wieder mal ein Stückchen weiter gekommen in meinem Gedankenspiel zum Thema Gendern. 

Danke dafür Frank, auch wenn Ich nicht immer deiner Meinung bin was das Thema angeht.

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