Rechnungen

Ja, da rief mich doch gerade mein Mitmieter an, der muss wohl gerade bei seinen Eltern zu Hause sein, bzw. bei seinem Stiefvater der hier in Dresden wohnt, und sprach mich auf unsere Nebenkostenabrechnung an.

Ich hatte mich bereits mit seinen Eltern in Verbindung gesetzt und Ihnen die Rechnungen zugeschickt, das läuft ja alles über mein Konto. Wir hatten bereits einige Worte gewechselt, weil die Nachzahlung doch recht hoch war.

Insgesamt 985 Euro müssen wir nachzahlen. Dabei entfallen 730 Euro auf den Vermieter und 255 Euro auf die Stromrechnung.

Bei unserem Vermieter hatten wir zu zahlen: Für Heizung und Wasser ca. 1150 Eur, Müll ca. 125 Eur, Flurreinigung und Hausmeister bzw. Winterdienst usw. ca. 180 EUR, Strom in Gemeinschaftsräumen 37 Eur. Ausserdem Grundabgaben 76 Eur und Grundsteuer 80 Eur sowie eine Jahresbescheinigung für 7,14 Eur, und Wartungsarbeiten für 15 Eur, was auch immer das alles sein soll und was auch immer das in unserer Nebenkostenabrechnung zu suchen hat. Aber egal. Das hatten wir mit unserem Vermieter im letzten Jahr bereits ergebnislos diskutiert. Dazu noch Versicherungskosten 128 Eur. Hier hatten also wir einen Gesamtverbrauch von 1800 Euro, 1070 Euro hatten wir bereits gezahlt.

An Strom hatten wir insgesamt 2588 kWh für 740 Eur verbraucht. 484 Eur hatten wir bereits an Abschlägen gezahlt, 256 Eur mussten wir nachzahlen.

Summa summarum macht das 2540 Euro an Nebenkosten für eine zwei-Zimmer-Wohnung mit je einem 15 m2 Zimmer und einem 18 m2 Zimmer(ca.), mit Küche und Bad, die beide nicht sonderlich groß sind.

Sicher, Ich habe bei der Summe auch erst mal geschluckt. Fast 1000 Eur an Nachzahlung. Durch zwei macht knapp 500 Eur pro Nase die man zuschießen muss. Die Stromrechnung wird ja automatisch abgebucht, das ist schon weg, jetzt warte Ich  noch auf die Überweisung von meinem Mitmieter so dass Ich auch den Vermieter bis mitte nächsten Monat bezahlen kann.

Beim Strom sollten wir vielleicht noch mal nachsehen woher dieser hohe Verbrauch kommt. Das war ja im letzten Jahr schon so viel dass Ich damals zumindest mal alle Lampen auf LED umgestellt habe. Ich hab überlegt woher das kommen könnte, konnte mir aber keinen Reim drauf machen. So viel technisches Gerät das Strom verbraucht haben wir nicht. Ich habe 2 Laptops (die 24 h an sind), einen Fernseher und 2 Monitore die an einem der Laptops angeschlossen sind und bei Bedarf an sind, also nur wenn Ich da bin. Ich habe eine kleine Lampe mit 2,8 W die 24 ha an ist, d. h. für ca. 17 Eur Strom verbraucht, eine Stereoanlage aus 2 Verstärkern, die auch nur an sind wenn sie gebraucht werden, und ansonsten haben wir das übliche Haushaltsgerät wie Kühlschrank, Föhn, Fritteuse, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Teemaschine, Herd, usw. Mein Mitbewohner hat noch einen alten Kühlschrank von dem Ich vermute dass er viel Strom frisst. Das müsste man mal prüfen.

Das war es eigentlich schon an technischem Gerät.

Ja, die Abrechnung dann also.

Sicher, Ich dachte mir auch, eieiei, das ist aber viel. Mehr aber auch nicht. Punkt. Ist eben so. Kann man nichts machen.

Soviel zum Verständnis der Lage also.

Jetzt rief mich also mein Mitbewohner an. Er ist gerade bei seinen Eltern zu Hause und die müssen wohl über die Nebenkosten gesprochen haben. Ich hatte den Eindruck dass es zumindest ein bisschen Knatsch gab und man gab mir zu verstehen dass man das so nicht direkt und sofort begleichen könne. Das sei ein bisschen viel.

Damit kommen wir also des Pudels Kern um den es hier eigentlich gehen soll.

Mich hat es verwundert dass man nicht mal eben so 500 Eur an Nebekosten für die Wohnung des Sohnes zuschießen kann (an Miete zahlt er 160 Eur und Ich 200 Eur). Wie gesagt, Ich habe da auch keine Freude dran wenn Ich so eine Abrechnung bekomme, aber denke mir dann eben, ja, was solls, hast du eben nur noch 2500 Eur auf dem Sparbuch statt 3000. Who cares. Das sind 5 Monatsbeiträge an DVDs und CDs weniger (Ich habe mir ein Ziel gesteckt jeden Monat für 100 Eur Unterhaltungsmedien, also Bücher, CDs und Filme zu kaufen weil mein Amazon Wunschzettel sonst nie leer wird). Naja, es gibt schlimmeres.

Früher, bei meiner Mutter, bzw. bei meinen Eltern zu Hause waren Nachzahlungen von mehreren tausend Euro keine Seltenheit. Also über 1000 Eur mussten wir glaube Ich eigentlich immer nachschießen. Vorallem Strom und Gas für die Heizung. Sicher, Ich hatte da ja auch gehaust und verbraucht wie als gäbe es kein Morgen: 4 Fernseher im Standby oder an, 2 Computer und 3 Laptops die immer an waren, eine Neonröhre in der Küche die 24 h brannte, ein alter Kühlschrank mit hohem Verbrauch, und an der Heizung habe Ich auch nie gespart. Ich hatte damals mit meinen 2 ZKB einen fast doppelt so hohen Stromverbrauch wie meine Mutter mit dem ganzen Rest des (ja, fast Zwei-Familien-)Hauses. Ich glaube wir zahlten für meine Wohnung ca. 150 Eur Stromabschlag im Monat oder sogar mehr. Das war ein Ca. Verbrauch von 1800 Eur im Jahr. Da sind wir mit 740 Eur für 2 Personen noch unter der Hälfte meines Verbrauches von damals.

Ja, doch dann kam Ich ins grübeln und dachte so, ja, sicherlich du hast noch nie so gut verdient wie im Moment. Dafür bin Ich sehr, sehr dankbar! Ich habe einen Job der mit hundertprozentig Spaß macht und der mich finanziell absichert. Ich habe im
Moment ca. 1300 Eur Netto im Monat, plus kleines Weihnachtsgeld im Dezember. Das ist für einen Single mit einer Wohnung für 250 Eur warm nicht schlecht.

Dafür lebe Ich aber auch nicht schlecht, Ich muss nicht sparen. Im letzten Jahr habe Ich allein fast 1000 Eur in meinem Stammlokal gelassen dass Ich jeden Freitag Abend nach Feierabend aufsuche um etwas zu essen und um bei ein paar Tassen Kaffee ein bisschen zu lesen. Das gehört mittlerweile einfach zum Wochenabschluss dazu. Die Arbeit ausklingen lassen und gemütlich in das Wochenende gleiten. Das ist ein Luxus auf den Ich einfach nicht mehr verzichten möchte.

Für knapp die Doppelte Summe habe Ich mich mit Einkäufen eingedeckt, 150 Eur gingen für den Pizzadienst drauf, 100 Eur für Döner, für 230 Eur bin Ich sonstewo essen gegangen, 800 Eur kostete mich meine Busfahrkarte, 450 Eur blieben im Baumarkt, Ikea bekam 500 Eur von mir Für Möbel und Co., für Bratwürste und sonstiges vom Imbiss habe Ich 280 Eur ausgegeben, im Kino war Ich für 125 Eur, Bierchen in der Kneipe gabs für 75 Eur, für ca. 250 Eur hatte Ich mir zwei mal ein Auto gemietet, für Porto habe Ich 50 Eur ausgegeben, um meine Internetseiten zu Hosten 50 Eur, für sonstige Fahrkarten 75 Eur, 530 Eur gingen als Münzgeld in meine Spardose, 66 Eur an Bankgebühren sind angefallen, 170 Eur habe Ich bei Subway für Sandwiches und Co. ausgegeben, 85 Eur fürs Tanken, 800 Eur für Handy und Internet, ca. 80 Eur im Urlaub für die Übernachtungen, 200 Eur bekam meine Gewerkschaft und für 277 Eur habe Ich Zeitschriften abonniert (5 Stück von denen 4 monatlich kommen und eine vierteljährlich kommt).
Ja, Ca. 15300 Eur habe Ich also im letzten Jahr ausgegeben. Was man in einem Haushaltsbuch so alles aufschlüsseln kann.

Was Ich damit sagen will, dass es mich ins nachdenken gebracht hat als Ich daran zurück dachte wie Ich mich geärgert habe als Ich mal einen Monat keine 100, 150, 200 oder 350 Eur aufs Sparbuch überweisen konnte am Ende des Monats weil Ich alles ausgegeben habe.

1300 Eur Netto im Monat sind wirklich nicht schlecht. Vorallem hier im Osten. Dazu die niedrige Miete. Und Ich bin am hadern, ob wenn mein Mitbewohner in ein oder zwei Jahren oder was weiss Ich wie lange sein Studium noch geht, auszieht Ich die ganze Wohnung für 360 übernehme oder ob Ich mir wieder einen Mitbewohner suche weil mir das zu teuer ist. Eieiei. Das sollte mir zu denken geben. Ich glaube meine Relationen bewegen sich hier ein klein wenig auf der schiefen Bahn.

Oder?

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