Freaky Friday Part 35

Janine

von Erebos

Janine hielt die Gerte in ihren ausgestreckten Händen. Nahezu federleicht war sie. Lang und dünn. Scharf durchziehend in ihrer Wirkung. Das wusste sie nur zu gut. Sie betrachtete sich selbst im Spiegel der Schlafzimmerschrankwand wie so da stand – nackt. Wegen der Aufregung vor dem, was passieren würde, zitterte Janine leicht. Plötzlich hörte sie etwas metallenes klimpern, die Wohnungstür wurde aufgeschlossen – es ging los. Janine traute sich gar nicht zu rühren. Ihr Freund Simon, der gerade von der Arbeit zurück kam, ließ sich Zeit. Ging nicht sofort ins Schlafzimmer, weil er Janine zappeln lassen wollte. Sie sollte den Moment ihrer bevorstehenden Bestrafung voll und ganz auskosten. Denn nicht die Strafe selbst erzielt die größte Wirkung, sondern die Angst, die Janine davor fühlen würde. Diese Angst ist es, die sie daran erinnern wird, den gleichen Fehler nicht noch ein zweites Mal zu machen. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete sich endlich die Zimmertür. Janine wagte es nicht ihren Freund anzuschauen, hielt den Blick weiterhin geradeaus in den Spiegel. Dann erst bemerkte sie ihren Fehler, spürte dieses typische flaue Gefühl in der Magengegend, wie es schon als Kind spürte, wenn sie von der Mutter beim Stibitzen von Süßigkeiten erwischt wurde.Sie hatte einfach vergessen ihre Augenbinde anzulegen. ‹Mache dich bereit am Dienstag, gleich wenn ich heimkomme, deine Strafe zu empfangen.› Hatte er gesagt. ‹Dazu stellst du dich nackt mit verbundenen Augen ins Schlafzimmer und hältst die Gerte in deinen Händen, so dass du sie mir überreichen kannst.› Das war schon der zweite Fehler in dieser Woche, obwohl er weniger schwer lag als ihr erster mit dem sie sich vierzig Gertenhiebe eingehandelt hatte. Der zweite würde die Bestrafung wohl noch umfangreicher ausfallen lassen. „Interessant, wie du dein Benehmen schleifen lässt.“, begann ihr Freund Simon. „Die Gerte präsentierst du mir so schön, wünschst also, dass ich dich bestrafe. Doch die Augenbinde lässt du sein. Ich frage mich, ob du die Binde wirklich nur vergessen hast oder ob du darin eine Möglichkeit gesehen hast, deine Strafe zu erhöhen, weil du es doch so sehr liebst, meine Strenge zu spüren.“ Janine fragte sich das mittlerweile selbst. War es ihr Unterbewusstsein, dass sie daran hinderte sich an

das Anlegen der Augenbinde zu erinnern, weil es doch ihr innerster Wunsch war ab und an bestraft zu werden und den Schmerz zu spüren? „Ich weiß nicht, mein Herr.“ flüsterte sie wie in Trance. Ihre Augen schielten kurz zu Simon hinüber. Wollten sehen wie er reagiert. Doch er reagierte nicht, kein Gesichtsmuskel bewegte sich. Langsam, bedächtig schritt er hinüber zur Kommode und holte einen Schal hervor. Janine schloss die Augen, während er jene verband. Dunkelheit legte sich wie ein Schatten auf sie. Ihr Puls beschleunigte etwas.“Ganz gleich, warum du die Binde vergessen hast, wirst du im Anschluss eine zweite Strafe dafür erhalten. Aber eins nach dem anderen.“ Janine bemerkte wie er die Gerte aus ihren Händen nahm. „Verschränke deine Hände hinter dem Kopf und nimm Haltung ein.“ Sie tat wie befohlen. Stramm und gerade stand Simons nackte Sklavin vor ihm, präsentierte ihr Hinterteil. Bereit Schmerzen zu empfangen. Der erste Schlag traf ihr zartes, helles Fleisch mit voller Wucht, dennoch gab Janine keinen einzigen Ton von sich. Sie würde die Bestrafung demütig ertragen, so wie es sich für eine richtige Sklavin gehörte. Doch war sie das schon? Es waren keine zwei Monate vergangen, seit sie dieses erregende Spiel des Machtaustausches zum ersten Mal miteinander spielten. Simon wartete geduldig bis zum nächsten Schlag. Er sah wie sich eine hauchdünne, rote Linie abzuzeichnen begann. Dann ließ er die Gerte erneut durch die Luft sausen, doch diesmal hielt er inne, bevor diese seine Freundin traf, was sie jedoch nicht daran hinderte zusammen zu zucken, als wäre sie tatsächlich getroffen worden. Zack. Der zweite Treffer. Beinahe hätte ein Stöhnen ihre Lippen verlassen. Aber auch nach dem dritten, vierten und gar fünften Hieb blieb Janine wacker, ließ sich nichts anmerken. Die Gerte schnitt scharf in ihre Haut. Sicher würde ihr Po am Ende der Prozedur schön mit Striemen überzogenen sein. Und dann passierte etwas merkwürdiges. Als Janine den nächsten Hieb bekam, kam es ihr vor als schiebe sich eine Phantasie zwischen ihre Gedanken. Als hätte sie eine Art Visionoder Traum, den sie nicht kontrollieren kann. Sie sah einen Ort. Er ähnelte einem Marktplatz. Im Hintergrund stand eine Kirche, jedoch inmitten des Platzes selbst stand eine mächtige Dattelpalme. Wie konnte das zusammenpassen? War doch die Kirche Symbol der westlichen Gesellschaft, wo aber bekanntermaßen wenig Dattelpalmen wachsen. Eine düstere Atmosphäre hing über dem Ort, viele Krähen flogen am Himmel und dann war die Vision auch schon wieder zu Ende, genauso abrupt, wie sie aufkam. Janine war verwirrt. Die weiteren Schläge riefen sie wieder allmählich zurück in das Hier und Jetzt. Dann eine Pause. „Halbzeit. Meint meine Sklavin, dass sie nocheinmal genauso viel ertragen kann?“, fragte Simon, während es Janine klar war, dass ihre Antwort wie auch immer sie ausfallen mag, ihr keine Linderung verschaffen würde. Ihre einzige Möglichkeit bestünde darin das Codewort ‹Safran› zu nennen, dann wäre alles sofort vorbei. Aber nein, das wollte Janine nicht, sie konnte durchhalten, konnte ihre Strafe ertragen. So schnell war sie nicht klein zu kriegen. „Ich kann viel vertragen, mein Herr.“ „Wie du meinst.“ sagte er und die Gerte sauste wieder. Während das mehr oder weniger geliebte Schlaginstrument fleißig Striemen zeichnete, wuchs der Schmerz mehr und mehr an, bis Janine die ersten stillen Tränen kamen, die von ihrer Augenbinde aufgefangen wurden. „Noch fünf.“ Ein besonders harter Treffer traf sie. Sie biss die Zähne zusammen. Die nächsten Hiebe nahmen an Schärfe noch zu. „Noch zwei“. Simon ließ sich Zeit, erlaubte Janine dadurch noch einmal tief durchzuatmen. Schließlich ertrug sie auch diese beiden Schläge noch. Damit hatte sie den ersten Teil der Bestrafung hinter sichgebracht. Als Janine nun das wohlige Nachbrennen ihres gezeichneten Hinterteils genießen konnte, betrachtete ihr Freund sein Werk. Hübsch rot war ihr Po, über und über mit tiefroten Striemen überzogen. Dennoch, nirgends war ein Tropfen Blut zu sehen, was sich aber im Folgenden ändern könnte. Simon verließ kurz das Zimmer um bald darauf mit einem Stuhl wieder hereinzukommen. Es war ein ziemlich schlichter Holzstuhl mit harter Lehne und ohne Sitzpolster. Er stellte ihn gleich neben Janine. Bevor sie sich setzen sollte, wollte er jedoch noch eine kleine Gemeinheit vorbereiten: Reißzwecken. Eine ganze Schachtel davon verteilte er auf den Stuhl. Durch das Geräusch der herausfallenden Zwecken leicht irritiert, fragte Janine, was es dann damit aus sich habe. „Psst. Lass dich überraschen.“, meinte ihr Freund nur. Fertig. Der Folterstuhl stand bereit für sein Opfer. Simon nahm eine Rolle Klebeband zur Hand, ergriff dann seine Freundin, führte sie ein Stück nach rechts und drückte sie dann hinunter, so dass sie sich auf den Stuhl setzen konnte. „Au! Das Piekst!“, schrie sie sofort, woraufhin sie aber nichts weiter als die kühle, distanzierte Bemerkung „Schön sitzen bleiben.“ erntete. Geschwind wickelte Simon alsbald das Klebeband um ihren Oberkörper und die seitlich herunter hängenden Arme, bis Janine fest an die Lehne gedrückt wurde. Auch die Beine wurden schnell an den Stuhl gefesselt und zum Schluss pressten einige Lagen Klebeband Janines Oberschenkel fest auf die Sitzfläche, so dass die spitzen metallenen Biester sich in ihr Fleisch drückten. Ohne einen Ton verschwand Simon aus dem Zimmer.Ihr Gesicht zeigte einen gequälten Ausdruck. Sie wusste, dass es durchaus Stunden dauern könnte, bis er sie wieder erlösen würde. Stunden in der sich etwas in ihr aufstaute, eine Mischung aus Erregung und Lust, Schmerz, Euphorie, und wachsender Stolz, weil sie die Bestrafung gut ertragen konnte. All diese Emotionen waren in ihr, doch solange sie still auf den Stuhl sitzen musste konnten sie nicht heraus. Bald schien die Erregung wieder zu verebben. Doch die Lust war nicht ganz und gar verschwunden, nur unter der Oberfläche verborgen, bereit wieder nach oben zu schießen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Zunächst aber hatte Janine viel zu viel Zeit zum Nachdenken, als sie so ganz alleine an den Stuhl mitten im Schlafzimmer gefesselt war. Die Reißzwecken, die in ihren Po pieksten spürte sie kaum noch. Und die verbundenen Augen, der fehlende optische Reiz, lassen den Menschen schnell in Träume und Gedanken abgleiten. Janine rief sich den Moment in Erinnerung, als sie den Fehler begangen hatte, der ihr die Hiebe mit der Gerte einhandelte. Sie weiß noch genau wie sie vom Einkaufen zurück kehrte und ihr plötzlich etwas auffiel. Im Flur befand sich eine kleine Kommode und aus eben jener Kommode ragte etwas heraus. Ihre Neugier war groß. Zu groß. Sie musste nachsehen. Sie musste einfach nachschauen, obwohl Simon ihr lange vorher verboten hatte da herein zu schauen. Denn das war seine kleine Schatztruhe, die mit allen möglichen Spielzeug für Erwachsene gefüllt war. Zu Zeiten als sie noch keine BDSM praktizierten, hatte er dort Dildos, Massageöle oder speziell genoppteKondome (die sich aber als relativ öde herausstellten) aufbewahrt. Danach änderte sich der Inhalt etwas. Immer lies er sich neue Dinge einfallen, um Janine zu überraschen. Und damit es auch wirklich eine Überraschung war, durfte sie nie hineinschauen. Doch nun war sie dabei die Schublade zu öffnen, und somit das Verbot zu missachten. ‹Wenn ich jetzt nachgebe, wird er mich bestrafen› dachte sie damals. ‹Andererseits, will ich nicht genau das? Will ich nicht für meine kleinen Unartigkeiten bestraft werden, die konsequente Reaktion meines Herren spüren bekommen?› Und schon stand die Schublade offen. Janine kam aus dem Staunen nicht mehr heraus bei dem Anblick, der sich ihr bot. Nie hätte sie gedacht, dass Simon sich soetwas einfallen lassen würde. Damals stand die Überraschung Janine förmlich ins Gesicht geschrieben. Hatte sich doch herausgestellt, dass ein weißes Stück Stoff, was aus der Kommode heraus ragte, das Ende des Gurtes einer Zwangsjacke war. Diese war absolut echt. Genauso eine, wie man sie immer in den Filmen sieht. Sie stellte sich vor, wie es wäre darin eingesperrt zu sein – und das nicht nur für eine Weile, sondern für Stunden oder gar Tage. Zumindest in ihrer Phantasie ein unheimlich reizvoller Gedanke. Während sie die Jacke noch in Händen hielt, hörte sie, wie der Schlüssel in das Schloss der Wohnungstür gesteckt wurde. Simon war schon da. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet, dass sie viel zu viel Zeit beim Einkaufen vertrödelt hatte. ‹Verdammt!› Flugs versuchte sie die Jacke wieder zu verstauen.Aber es half nichts, sie wurde auf frischer Tat ertappt. „Hey, wer hat dir erlaubt da rein zu schauen?“ rief ihr Simon entgegen, noch ehe er überhaupt den zweiten Fuß über die Schwelle hob. „Ich, ich… Also, da war ein Gurt irgendwie eingeklemmt und ich wollte den nur zurück in die Schublade befördern.“ „Das sagst du doch nur, weil du nicht zugeben magst, dass du schlicht zu neugierig bist.“ „Stimmt nicht. Das ist die Wahrheit.“ „Wahrheit hin oder her, das war ein Regelverstoß, du weißt, dass du dafür bestraft werden musst.“ „Ja… Ich weiß“, seufzte Janine. Eben jene Bestrafung hatte ihr nun einen schmerzenden Hintern beschert. Allmählich fragte sich Janine, wie lange sie denn noch auf diesem Stuhl sitzen werden müsse. Dank Augenbinde war ihr der Blick auf den Wecker verwehrt. Sie könnte natürlich nach Simon rufen, fragen wie lange sie noch ausharren müsste. Nur beschlich sie das leise Gefühl, dass seine Antwort in die Richtung ‹Nun sind es zwei Stunden mehr geworden.› gehen könnte. Also musste sie geschickter vorgehen. „Schaaatz? Hast du nicht schon Hunger?“ In Punkto kochen versuchte Simon stets die Küche zu meiden, er würde somit mehr oder weniger darauf angewiesen sein, dass seine Freundin immer für ihn kocht, vor allem, wenn es solch aufwendige Gerichte wie heute geben soll (Hähnchen mit Blattspinat und roten Linsen). Zudem isst er nur ungern später als 19 Uhr, aber auch selten eher. „Ach mach dir keine Sorgen. Ich schiebe mir eine Pizza in den Ofen, sobald ich Hunger habe.“ ‹Mist, das klingt so als ob ich nicht so schnell von diesem Stuhl komme.› dachte sie still bei sich. „Aber wir wollten doch das neue Gericht ausprobieren. Ich hab doch schon die ganzen Zutaten besorgt.“„Nagut, wenn du es schaffst in die Küche zu bekommen, nur zu.“ „Aber wie denn? Du musst mich schon losbinden.“ Simon betrat das Schlafzimmer, stellte sich hinter Janine. „Daher weht der Wind.“ sprach er und nahm ein Tuch, was er mitgebracht hatte, um seine Freundin zu knebeln. Er legte es um ihren Kopf und knotete die Enden mit mehreren Knoten so zusammen, dass das entstandene Tuchknäul in ihren Mund gedrückt wurde. „Awer ih hawe scho lang jenuch…“ sie brach den Satz ab, weil ihr die Spucke schon heraustropfte. Simon flüsterte ihr ins Ohr „Glaube nicht, dass du um deine Strafe herumkommst. Du wirst auf jeden Fall noch solange sitzen, bis ich meine Pizza genüsslich verspeist habe. Dann sehen wir weiter. Und da es erst 17 Uhr ist, hast du noch ein wenig.“ ‹17 Uhr erst??? Oh Mann…› In Wahrheit war es schon geschlagene zwei Stunden später, aber das musste Janine ja nicht wissen. Er küsste sie kurz aber zärtlich am Nacken. Diese unerwartete, liebevolle Geste war jetzt wie Balsam auf ihrer Seele, so unerbittlich wie er die Strafe ansonsten durchzieht. Bevor er ging drehte Simon die Heizung im Zimmer noch ein wenig nach oben. Dann schlenderte er in die Küche und schob sich eine Pizza in den Ofen, wobei er auf Ober-/Unterhitze stellte und lärmbedingt lieber auf Umluft verzichtete. Während sie nachdachte, wie sie die verbleibende Zeit überstehen könnte, fiel Janine wieder die Vision mit dem Marktplatz, der Kirche und der Palme von vorhin ein. Sie rätselte, was es wohl damit auf sich haben könnte. Sie hatte die Bilder wieder vor Augen und erinnerte sich nun auch an eine Figur im Hintergrund, ja sogar an mehrere. Händler mit Turbanund in langen Gewändern gehüllt feilschten an den vielen Marktständen mit ihren Kunden. Aber eine Person stand abseits, war anders gekleidet, nämlich in Rüstung. Sie trug außerdem ein Schwert und ein weißes Schild mit rotem Kreuz darauf. Janine konnte sich keinen Reim darauf machen und vergaß diese Bilder einstweilen wieder. Derweil zog Simon eine wunderbar duftende Pizza aus dem Ofen, das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Während er hastig die ersten Stücke hinunter schlang, überlegte er, wann er seine Freundin befreien wollte. Es musste ziemlich schmerzhaft sein, nach so einer harten Züchtigung mit wundem Po stundenlang auf Reißzwecken zu sitzen. Er ließ sie noch eine halbe Stunde schmoren, war dann der Meinung es sei genug. Janine wurde befreit und fiel ziemlich erschöpft in seine Arme. Nachdem sie etwas gegessen hatte gingen die beiden direkt ins Bett und liebten einander und schliefen danach ein. In dieser Nacht sollte Janine einen Traum haben, den sie noch lange lebhaft in Erinnerung behalten wird. Während sich draußen Stille über die Welt legte und bis auf die üblichen Nachtschwärmer und Computer-Geeks alles in den Betten lag, hatte Janine einen zunehmend unruhigeren Schlaf, was wohl daran lag, dass sie in einem recht lebhaften Traum in doppelter Hinsicht gefangen war. Erneut befand sie sich auf dem Marktplatz, mit den Dattelpalmen und der Kirche in der Nähe. Ihre Situation konnte man als äußerst brenzlig betrachten, denn ein Händler hatte sie soeben des Diebstahls bezichtigt. Zwarwurde ihm tatsächlich etwas gestohlen, doch nicht Janine war die Täterin, sondern ein kleiner Junge der direkt neben ihr stand. Flugs hatten ihn seine Füße davon getragen, in seinen Händen hielt er eine Schale von kostbarem Kardamom. Janine hatte das Pech genau an jener Stelle zu stehen, wo die Schale mit diesem Gewürz ehemals stand. Zwei Wachen, es waren europäische Kreuzritter, bemerkten den aufgebracht mit seinen Armen rudernden Händler und schritten ein. Sie durchsuchten Janine, die alles andere als freiwillig diese Prozedur über sich ergehen lassen wollte. Einer der Ritter hielt sie fest im Griff, während der andere sie grob abtastete. Ihren Busen und Hintern untersuchte er dabei besonders gründlich. Die junge Frau hatte keine Chance zur Gegenwehr. Ja sie konnte noch nicht einmal die Sprache des Händlers sprechen um ihn er das Missverständnis aufzuklären. Lediglich die Ritter schienen französisch zu sprechen. Immerhin kannte sie ein paar Dutzend Wörter dieser Sprache. „Je ne trouve rien.“ meinte der eine. „Peut-être elle a un complice?“ ‹Ich soll einen Komplizen haben?›, wunderte sie sich, ‹wie absurd ist das denn bitte?› Die beiden Ritter diskutierten angestrengt, sprachen dann mit dem Händler. Janine ahnte schlimmes. Plötzlich wurde sie am Arm gepackt. Die Ritter verließen den Platz und zogen die zu Unrecht angeschuldigte Janine mit in Richtung der nahen Festung. „Arrêtez!“ schrie sie unentwegt – die beiden grinsten nur. Einer von ihnen sagte mit lasziver Stimme „Elle est une très belle

femme…“ Der andere lachte laut auf, er kannte nur zu gut die fiesen Hintergedanken seines Kumpanen. Die drei schritten auf eine kleinere Festung, bestehend aus einem Haupthaus sowie einigen Bretterverschlägen, die über den sandigen Innenhof verteilt waren, zu. Der Innenhof wurde von hohen Mauern umfasst. Soeben passierten sie das einzige Durchgangstor. Es war deutlich zu erkennen, dass dies keine europäische Festung war, sondern dass sie vielmehr dem arabischen Baustil entsprang und schon zu Zeiten der Kalifen erbaut worden war. Aus den Hütten drangen die Geräusche von Schmiede-Hämmern heraus. Offenbar wurden hier die Waffen und Rüstungen ausgebessert. Eine der Hütten und zugleich die längste beherbergte zwölf Pferde, die entweder aus ihrem Trog fraßen oder nur faul herum standen. Direkt daneben befand sich ein Brunnen. Die Ritter zerrten Janine in das Haupthaus, nach einigen Metern Weg deuteten sie ihr eine dunkle Wendeltreppe hinunter zusteigen. Eine der Fackeln, die an der Seiten angebracht waren, wurde angezündet. Es gruselte Janine, vor dem was da unten war, kühle Luft, ein modriger Gestank und nahezu perfekte Dunkelheit krochen ihr entgegen, während die Fackel kaum Licht für zwei Stufen spendete. Man würde sie hier unten einsperren wollen. Bei diesem Gedanken, drehte sich ihr Magen um. Janine sah keine Stufen mehr, nur noch eine Ebene. Sie waren unten angekommen. Von den Rittern wurde sie kräftig noch vorn geschubst, bis sie an eine Wand stieß, mit ihren Händen und Armen federte sie den Stoß ab. Erschrocken erspähte sie einige Eisenringe, die man in die Wände eingelassen hatte. An ihnen waren über einer handvoll Kettenglieder breite, rostige Eisenschellen angebunden. Sie wurde herumgewirbelt, ihrRücken jetzt zur Wand. Gewaltsam drückten die Pranken einer der Männer auf ihre Schultern, sie unweigerlich in die Hocke zwingend. Schnell wie der Wind wurden ihre Handgelenke in die Schellen gesteckt. „Regarde, comme elle a peur…“ Janines Augen zeigten nackte Furcht, sie hatte keine Chance auf Flucht, unweigerlich war sie ihrem Schicksal ausgeliefert. Eine Weile betrachteten sie die Männer schweigend, äußerst beklemmend für Janine. Dann schienen sie gehen zu wollen, doch einer von ihnen kam ihr noch einmal näher, hielt seine Hand unter ihr Kinn und zwang ihren Kopf ein wenig nach oben. Sie musste ihm direkt in die Augen schauen. „Je reviens a

toi.“ ‹Was meinte er damit, er würde zu mir zurück kommen? Er wird doch nicht etwa eine wehrlose Frau im Kerker… Nein, das durfte nicht sein. Das kann er mir doch nicht antun!› Doch sein Grinsen verriet etwas anderes. Plötzlich war Janine woanders. Keine Fackeln mehr, dafür schwaches künstliches Licht, was von draußen durch Vorhänge schimmerte. Sie sah vertraute Umrisse. Es war ihr Schlafzimmer. Alles nur ein Traum. Ein Traum, der sie ziemlich mitgenommen hatte. Ihre Stirn war schweißnass, aber ihr Schoß prickelnd warm. Einen Moment später schloss sie wieder die Augen und gelangte bald zurück zu ihrem Traum im fernen Orient. Sie saß alleine in dem dunklen Kerker. Die Hände unentrinnbar in Eisen gelegt. Absolute Dunkelheit umgab sie und eine entsprechend ausgeprägte Angst ließ ihren Körper beben. Menschen haben seit je her Angst vor dem Dunklen, dem Unbekannten. Was würde man ihr alles antun wollen? Janinekonnte nicht hoffen, einen fairen Prozess zu bekommen, niemand würde ihr ihre Unschuld glauben. Schließlich war dies das Mittelalter, auch wenn sie sich fernab von Europa befand. Die ersten Stunden konnte sie ganz gut aushalten, doch dann waren die Schmerzen der unbequemen Sitzposition auf hartem Stein nicht weiter zu leugnen. Nicht lange würde es dauern bis sich ihre Handgelenke wund scheuerten, ein wenig weh taten sie jetzt schon. Außerdem hatte sie Durst. So schnell sollte ihr keine Gnade gewährt werden, die arme unschuldige Janine musste etliche weitere Stunden in ihrer misslichen Lage verharren. Plötzlich aber, und von Janine sehnlichst erwartet öffnete sich die schwere Kellertür. Metall klapperte, dumpfes Fackellicht wurde allmählich heller. Dann standen die beiden Ritter wieder vor ihr, befreiten sie aus den Fesseln. „Tu viens avec nous.“ Man packte sie erneut äußerst unsanft und zerrte die schwache Janine nach oben. Nach einigen verwinkelten Gängen gelangten sie in eine kleine Kammer. Man brauchte nur einen einzigen Blick um zu erkennen, welchen Zwecke dieser Raum diente. Es war die Folterkammer. Man sagte ihr sie solle gestehen. Sie weigerte sich und prompt empfing sie die Reaktion. Eine Peitsche knallte laut auf ihren Hintern, Janine machte einen gewaltigen Satz nach vorn. Einer der Ritter fesselte ihre Hände aneinander und zog sie nach oben über den Kopf. Ein Seilende wurde in einen hoch angebrachten Eisenring geknotet, so dass ihre Arme oben gehalten wurde. Sie musste mit dem Gesicht zur Wand stehen. Kurz darauf hagelte es nur so vor lauter Peitschenhieben, die ihr Fleisch zerissen. Nach einer Weile hörten die Schläge auf. Janine schluchzte und heulte Krokodilstränen. Ihre Hände wurden nun hinter dem Rücken über kreuz zusammen gebunden, anschließend hiefteman sie auf eine merkwürdige Pyramide. Sie war aus Holzplatten gefertigt, etwa ein Meter zwanzig hoch. Man platzierte Janine genau so, dass die Spitze sich zwischen ihre Schamlippen schob und schmerzhaft ins Fleisch drang. Sie jaulte auch prompt laut auf. Ihre Beine hingen an zwei Seiten der Pyramide herab. Während der eine Ritter sie hielt, verband der andere ihre Handfesseln mit einem Seil, was über eine Rolle laufend an der Wand befestigt war. Er band es so kurz an, dass Janines Hände nach oben gezogen wurden und um den entstehenden Schmerz in ihren Schultern zu entgehen musste sie den Oberkörper nach vorne beugen. Unglücklicherweise drückte die Pyramidenspitze nun stark gegen ihre Lustperle. Als die beiden sich anschickten Gewichte an ihre Füße zu hängen, flehte sie um Gnade. Sie gestand das Verbechen, auch wenn sie es nie begannen hatte. Schön, meinten die Ritter. Trotzdem würde sie eine Weile hier verharren müssen, bis sie selbst das Urteil festgelegt haben. Janine wollte verwundert wissen, warum nicht ein Richter diese Aufgabe übernahm. Es gab zwar einen, aber dieser war vor zwei Wochen zur Besatzungsverwaltung beordert worden. Und da sich ohnehin niemand für solchen Dreckstücke wie Janine intessierte, wie sie sagten, können man mit ihr machen, was man wolle. Janine dachte an die zweideutige Bemerkung des Ritters als sie unten im Kerker saß. Die beiden verließen die Kammer, ließen Janine allein in ihrer Qual zurück. Zwei Stunden später. Janines feuchte Augen sahen die Tür, wie sie sich öffnete. Ihre Peiniger betraten die Kammer. Wollten sie schon das Urteil vollstrecken? Sie trugen keine Rüstungen mehr, nur leichte Kleidung. Man hob sie von der Pyramide. Janine konnte kaum sagen, wie stark sie da unten verletzt war, viel Blut klebte an ihren Schenkeln. Dann kam es, wie sie voraursah. Einer riss ihr die Kleider vom Leib, der andere drang bald darauf in sie ein. Janine wachte auf. Der Traum hatte sich in eine unangenehme Richtung entwickelt, war ein regelrechter Alptraum geworden. Doch man konnte sich nun mal nicht aussuchen, was man träumt. Sie stand auf um sich ein Glas Wasser aus der Küche zu holen. Während sie trank, fragte sie sich wie viele Menschen – auch heute noch – während sie in Haft sind, derart missbraucht werden, wie sie es im Traum erlebte. Foltergefängnisse in den unterschiedlichsten Staaten. Ob in Arabischen Ländern, China oder Russland und auch die USA, die auch noch den Zynismus besitzen sich als Befreier der Welt und Bewahrer der Menschenrechte darzustellen. Es ist doch erstaunlich wie grausam Menschen sein können.

— ENDE –

 

Quelle: http://derbdsmblog.files.wordpress.com

 

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