Ein wenig frischen Wind unter den Flügeln

Ja, nun hatte Ich mich mal wieder einige Tage nicht gemeldet, was auch seinen Grund hatte.

Am Montag bekam Ich eine SMS von einem alten Freund der mich besuchen wollte.

Er wohnt mittlerweile in Dresden und war hier in Kaiserslautern auf Besuch.

Ich kann mich noch erinnern dass wir in der Schulzeit, wir waren nicht in einer Klasse, die besten Freunde waren. Er war ausserdem mein einzigster Freund. Irgendwann zerbrach das ganze und wir hatten bis letztes Jahr 10 Jahre Funkstille. Danach kam Ich über eine Frau mit der Ich zusammen in der Reha 2011 war an Facebook heran und wir wurden da im Sommer 2012 Freunde. Im Spätsommer war er hier in Kaiserslautern und wir hatten ein paar schöne Tage zusammen in denen wir viel rumgefahren sind, spazieren und essen waren und viel viel geredet haben.

Danach hatten wir locken Kontakt bis auch das wieder versandete. Er hat Ende März Geburtstag, was Ich leider wieder vergessen hatte. Trotzdem bekam Ich eine SMS ob wir was zusammen machen wollten. Er war mit dem eigenen Auto und Freundin da. Eine sehr sehr nette Person.

Wir fuhren zusammen nach Eulenbis und gingen dort an einem Cafe an Ortsrand ein wenig im Wald spazieren. Das tat richtig gut. Ich konnte mal wieder an meine Grenzen gehen, was Ich am Abend aber trotz Wolf gelaufen nicht wirklich bereute. Auch später als wir in Weilerbach in einem Cafe sassen konnten wir drei richtig tiefgründige Gespräche führen. Über Ihn und wie er es geschafft hat aus Kaiserslautern herauszukommen und dann zuerst in Stuttgart und dann in Dresden Fuss zu fassen, über sein abgebrochenes Studium, seine gewechselte Lehrstelle und seinen jetzigen Betrieb usw.

Viele Tipps wurden mir mit auf den Weg gegeben die Ich beherzigen will und muss.

Wir kamen alle drei zu dem Schluss was mir hätte eigentlich schon lange klar sein müssen dass Ich hier aus Kaiserslautern heraus muss. Dass Ich nicht länger in dieser Co-Abhängigkeit mit meiner Mutter leben kann und dass Ich so langsam auf eigenen Beinen stehen muss.

So langsam frage Ich mich immer mehr warum Ich das letzte halbe Jahr nicht besser genutzt habe und warum Ich immer einen Coach an meiner Seite brauche der mir Tipps gibt und sagt was Ich machen soll. Ich will nun versuchen den Kontakt ein wenig besser zu pflegen und die Beziehung per Mail oder Telefon aufrecht zu erhalten um hier einen kleinen Sidekick zu haben.

Jedenfalls bin Ich nun bemüht meine Sieben Sachen für mein ALG II zusammen zu bekommen, heute habe Ich Druckerpatronen im Internet bestellt und sobald die da sind werden Bewerbungen nach Dresden oder sonstwo un die Metropolen dieser Republik verschickt. Dresden wäre natürlich nicht schlecht als dass man dann da so einen kleinen psychischen „Haltegriff“ hat den man schon kennt.

Nun muss Ich mal sehen wie sich das ganze bei Erfolg einer Bewerbung dann mit einem Praktika oder einem Job machen lassen würde. Wohnung, Auto usw.

Ich habe mit meinem Freund gesprochen und auch er meinte wie Ich dass für mich als eher introvertierte Person nur eine WG in Frage käme. Das wäre auch besser für den Geldbeutel. Vor allem wenn Ich an meine Qualifikationen und die Mietpreise in Großstädten denke.

Wie mein jetziges Umfeld darüber denkt, Ich weiss es noch nicht genau. Mama habe Ich noch nichts von meinen Ideen gesagt. Ich hatte keine Lust auf eine „willst-du-mich-alleine-lassen-du-schaffst-das-doch-eh-nicht“ Diskussion. Mein Onkel bewertete das ganze eher positiv. Auch er meinte, heimkommen kann man immer wieder.

Nach ein paar Tagen hatte Ich nun Zeit mich mit dem Gedanken ernsthaft auseinanderzusetzen. Nun muss Ich zusehen dass Ich mine sieben Sachen zusammenbekomme die die ARGE fordert damit eine kleine finanzielle Basis da ist auf der Ich operieren kann. Mittlerweile sehe Ich das als finanzielles Sprungbrett in meine neue Zukunft.

Ob Ich Angst habe, klar habe Ich das, trotzdem will Ich es wagen. Ich muss einfach. Wenn Ich da einen Bekanten von uns sehe, 60, immer noch zuhause im Kinderzimmer bei Mama, unselbstständig wie nochwas, keine Freundin und kaum soziale Kontakte ausserhalb des Bekanntenkreises der Mutter. So soll Ich nicht enden.

Jedenfalls sind meine nächsten Schritte klar: Erstmal die Sache mit dem Geld auf die Reihe bekommen, dann Bewerbungen schreiben, vielleicht schon gleich eine Wohnung oder ein Zimmer woanderster suchen wenn Ich das mit dem Jobcenter abgesprochen bekomme, die Kosten für den Umzug würde Ich natürlich selber tragen. Dann müsste vielleicht ein Auto her, auch das würde Ich noch irgendwie hinbekommen, irgend eine Reisschüssel Baujahr 82 für 5 grüne Scheine findet sich immer mal irgendwo.

Leider habe Ich im Netz keine gescheiten Antworten auf meine Fragen zu Umzug usw. gefunden. Klar dass man keinen Umzug bezahlt bekommen wird wenn man keinen Job hat, das will Ich ja auch garnicht. Es ginge nur darum eine Wohnung am neuen Ort bezahlt zu bekommen da das Kosten verursachen würde die man nicht hätte wenn Ich weiter zu Hause bleiben würde. Das muss Ich bei meinem nächsten Besuch im Jobcenter unbedingt klären.

Ich hoffe nur dass mich der neue Wind unter meinen Flügeln nicht wieder so hängen lässt wie im letzten Jahr. Da habe Ich auch schon gesagt dass Ich am Ende der Umschulung ausziehen will. Und was mache Ich im Juli? Ich sitze immer noch hier und renoviere mein Schlafzimmer. Sehr sinnvoll.

Irgendwie habe Ich so den Eindruck gewonnen dass mich meine Mama immer wieder an sich ketten will und versucht dass Ich hier bei Ihr bleibe. Vielleicht aus Angst heraus vielleicht aber auch einfach nur unbewusst. Ich weiss es nicht. Jedenfalls denke Ich dass nun endgültig die Zeit gekommen ist in der Ich flügge werden sollte und in der Ich das behütete Elternhaus verlassen muss. Denn wenn Ich jetzt nicht versuche den Absprung zu schaffen werde Ich es denke Ich niemals hinbekommen.

Ja, nun muss Ich mal beobachten wie sich das ganze entwickelt und wie ich es in eine für mich positive Richtung drehen kann. Wenn Ich ehrlich bin fühlt es sich an wie ein kleines Kind das vor der Achterbahn steht. Man hat zwar Angst, freut sich aber trotzdem und weiss nicht so recht ob man sich traut zu fahren. Sollte es mir zu denken geben dass Ich in meinen 26 Jahren noch nie Achterbahn gefahren bin…….

 

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