Freaky Friday Part 19

Die Nacht Hat 24 Stunden (von Eurydike)

Posted: Februar 25, 2010 in Buchvorstellungen
Schlagworte: devot, Psyche

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Quelle: (1)

Nun das Cover zieht einem nicht gerade an. Aber genau das ist der Punkt. Dieses Buch von Eurydike will nicht durch Verpackung glänzen, sondern durch Inhalt. Eben jener Inhalt besteht aus 9 erotischen SM-Kurzgeschichten, ganz unterschiedlicher Länge. Ich bin in Bezug auf erotischer Literatur ohnehin Fan von Kurzgeschichten, denn diese steigen naturgemäß schnell in die Handlung ein. In Romanen liegt der Fokus manchmal zu wenig auf der Handlung, viele Schreiber klammern sie sich zu stark an Nebensächlichkeiten und liefern übertrieben ausführliche Beschreibungen von diversen Dingen – so als ob man die Seiten irgendwie füllen wollte. In Kurzgeschichten hat man nicht die Zeit dazu. So überzeugt das Werk durch Kurzweil und prickelnder, ästhetischer Erotik, die sehr stark auf der psychischen Ebene der Protagonisten spielt. Die Autorin schreibt durchgehend in der Ich-Perspektive von devoten, nahezu triebhaften Frauen. So stehen auch die Gedanken und Gefühle der Figur im Vordergrund, zum Beispiel wenn sie eine Anweisung ausführen soll, für die sich zutiefts schämt. Im Buch kommt dabei die Beschreibung der Sexualpraktiken aber auch nicht zu kurz. Insgesamt macht es Eurydike dem Leser leicht, die Handlungen der Charaktere nachzuvollziehen, sich mit ihnen zu identifizieren. Einen kleinen Kritikpunkt muss ich dennoch anmerken: Bestimmte Motive wiederholen sich hier. Da sind Formulierungen, die man in zwei oder drei Geschichten nocheinmal genauso wiederfindet. Beispielsweise wird die Frau sehr oft als Hündin bezeichnet.

Ihren Schreibstil finde ich persönlich äußerst angenehm und die Wortwahl abwechslungsreich. Relativ häufig sind Aufzählungen so gestaltet, dass die Bestandteile eigene meist ellipsenartige und kurze Sätze formen. Diese Technik erinnert zum Teil an Gedichte, zumal der Leser durch die klare Abtrennung der aufgezählten Elemente stellenweise in einen gewissen Sprechrhythmus verfällt, was letztendlich die Einzelwirkung der Elemente hervorhebt. Ein kleines Beispiel: “Sie hob Ana ihren Schoß entgegen. Wollte Anas Hand dort spüren. Wartete. Nichts geschah. […] Entäuscht, fragend, verstand nicht. Wieso dieses Zögern?” Sicher wird dieser Stil nicht jedermanns Sache sein. Aber sie passen doch auch irgendwie ganz gut zu einer Kurzgeschichte, diese prägnanten knappen Sätze. Und außerdem kommen sie lediglich gehäuft vor, nicht das ganze Buch ist in dieser Art und Weise geschrieben.

Fazit:

“Die Nacht Hat 24 Stunden” sind neun kurzweilige, erotische Geschichten, in denen die Gedankenwelt der Charaktere und somit die psychische Wirkung von BDSM im Vordergrund gestellt sind. Das Werk ist ausdrücklich weiterzuempfehlen.

(Bildnachweis: (1) Marterpfahl Verlag, von Unbekannt, Link)

 

Quelle: http://derbdsmblog.files.wordpress.com

 

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