Wenn einer eine Reise macht …

… dann kann er was erzählen, sagt man bei uns zu Hause und ja, das kann Ich für die vergangenen drei Tage am langen Wochenende durchaus bestätigen!

Wenn der Philipp mal eine Reise macht, dann kann er erzählen was so alles schief gelaufen ist, denn: Einfach entspannt in Urlaub fahren kann ja jeder!

Mein Plan war es also, nachdem der Berlin-Besuch den Ich in meiner Urlaubswoche vom 18. – 24.5. machen wollte wegen Corona ins Wasser gefallen ist, diesen verkürzt nachzuholen. 

Ich habe also einen Platz auf dem Campingplatz gebucht und bin Freitag Mittag gegen 16:30, nachdem Ich mein Auto beladen habe, losgefahren. (Den Stellplatz am Waidmannsluster Damm nahe dem Flughafen Tegel kann Ich nur sehr empfehlen. Sehr saubere Sanitäranlagen und sehr freundliches Personal!) 

 

Freitag, 29.5.2020

Dresden – Campingplatz

16:30 – 18:35

205 km

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Um 18:30 kam Ich am Campingplatz an und habe an der Rezeption meinen Stellplatz bezahlt (83 € für drei Nächte inkl. Toiletten- und Dusch-Gebühr).

Der Betreiber schaute schon ein wenig verdutzt, als ich ihm erklärte, dass ich beabsichtige in meinem Auto zu schlafen. Ich erklärte Ihm mein “Projekt” und liess Ihn skeptisch dreinblickend zurück. 

Danach parkte Ich auf meinem Stellplatz ein und richtete das Auto her. Leider hatte Ich keinen Strom, da man sich einen dreipoligen “Campingstecker” (Wikipedia: IEC 60309 / 3L+N+PE, 6h) selbst mitbringen musste. Kaffeemaschine und Wasserkocher umsonst eingepackt. Na toll! Das fing ja schon mal gut an!

Ein sogenannter “Campingstecker” – File:16A-plug.jpg, Licence: CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en), Source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:16A-plug.jpg –  Author: Ali@gwc.org.uk

Ja, danach habe Ich eine Kleinigkeit gegessen, zum Glück hatte Ich nicht nur Instantnudeln dabei sondern auch Würstchen im Glas und Brot  mit “Dosenwurst”. Ausserdem ein paar Äpfel. 

Der Tag war insgesamt recht anstrengend, da Ich seit um 7 Uhr auf den Beinen war, acht Stunden Arbeit und die Fahrt nach Berlin hinter mir hatte. Also habe Ich mein Auto “bettfertig” gemacht. Dazu habe Ich alles Gepäck auf den Fahrersitz und in den Fussraum geräumt, habe Sonnenschutzmatten an die Fenster geklebt und meine Decke und mein Kissen ausgepackt.

Hier ein paar Bilder von meinem “Schlafumbau”:

Zuerst habe Ich versucht mit dem Kopf nach vorne auf dem Beifahrersitz zu schlafen. Das klappte nicht recht. So habe Ich mich umgedreht und den Kopf in den Kofferraum gelegt (was ja auch sinnvoll ist, Ich bin ja oben breiter als unten und im Kofferraum hat man mehr Platz). 

So konnte Ich ein wenig dösen. Nach einer Weile war Ich zwar wieder etwas fit, blieb aber trotzdem im Auto liegen. Ich hörte draussen ein paar Leute quatschen, wahrscheinlich die selben Personen die mich beim Umbau meines Autos in ein “Schlafmobil” schon so komisch angesehen haben. Um eine erneute Begegnung zu vermeiden bin ich im Auto liegen geblieben, und habe Podcasts gehört. 

Ich habe dann aber recht schnell gemerkt dass wenn man sich eine zeitlang in so einem Auto aufhält, mein Polo hat ja einen recht kleinen Innenraum, bzw. darin schlafen will, sich eine ganze Menge Kondenswasser bildet. Ruck zuck waren die Scheiben klatschnass. Pro Tag soll man ja ca. einen l Schweiss ausschwitzen. Und irgendwo muss dieses Wasser ja hin. Ziemlich baldl jedenfalls waren die ganzen Scheiben total beschlagen und es war ein richtiger Dampf im Auto drinnen.

In der folgenden Nacht habe Ich dann das Beifahrerfenster einen Spalt offen gelassen. 

 

Samstag, 30.5.2020

Ja, gegen 4 Uhr wurde Ich dann wach. Ich hatte die ganze Nacht eher schlecht geschlafen, was hauptsächlich daran lag dass es in Berlin mit 10 Grad sehr kalt war. Ich hatte, wie zu Hause auch, nur Jogginghose und T-Shirt an. Ich bin ja Kälte generell nicht gewohnt. In meiner Wohnung sind es Sommer wie Winter eigentlich durchgängig 28 Grad. Sobald die Temperatur um mich herum gen 20 Grad fällt, geht meine Nase zu und Ich bekomme Schnupfen (also richtigen Nase-zu-Schnupfen, im Gegensatz zu dem “normalen” Schnupfen, den Ich 365 Tage im Jahr habe). Leider ist es im Moment draußen noch nicht so warm, dass man im T-Shirt Campen könnte. Ich hatte zwar Bettdecke und Kopfkissen dabei das half aber nicht wirklich. Man sollte sich einen Schlafsack mitnehmen!

 

Campingplatz – McDonalds

10:20 – 10:40

6,3 km

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Ja, anscheinend bin Ich dann noch einmal weggedöst und wurde gegen 9 Uhr ein zweites mal wach. Kurz nach zehn, nachdem ich ein wenig Brot und Wurst gefrühstückt hatte, machte ich mich auf den Weg. Mein erster Stop war ein McDonalds, bei dem Ich mir am Drive In einen Kaffee holte. Achtung Klugscheisser Modus an: Wusstet Ihr dass der Begriff “Drive In” ein sogenannter Scheinanglizismus ist, also ein Begriff der zwar englisch zu sein scheint, den es in Ländern mit englischer Muttersprache nicht gibt (wie z. B. Handy, Hometrainer, Homeoffice usw.). Im englischen sagt man Drive-Through oder kurz Drive-Thru, also “durchfahren” (was man ja streng genommen auch macht. Ich würde nicht empfehlen mit dem Auto IN einen McDonald zu zu fahren. Das könnte Ärger geben). Ein Drive-in ist in den USA eher z. B. ein Schnellrestaurant bei dem der Kunde am parkenden Auto bedient wird (sieht man manchmal in alten Filmen bei denen hübsche Mädels auf Rollschuhen ein Tablett ans Auto bringen das man ins Fenster klemmen kann) oder ein Autokino, in das man ja tatsächlich hinein fährt. OK, Kluscheisser Modus wieder aus und weiter geht die wilde Fahrt….

 

McDonalds – Rigaer Strasse

10:40 – 11:24

18 km

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Als nächstes bin Ich aus nostalgischen Gründen in die Rigaer Straße gefahren. Dort war ich 2016 schon einmal gewesen als ich das erste Mal in Berlin war. (mehr dazu hier: Rigaer 94 auf Wikipedia) In der Straße und dem Viertel hab Ich ein wenig Sightseeing per Auto betrieben. Ich war die Ecke 2016 schon mal zu Fuss abgelaufen, mein Hostel war damals nicht weit entfernt. 

Ein interessanter Funfact wie er mal wieder nur dem Philipp auffällt: ich habe so gut wie in der ganzen Stadt nirgends einen gepflasterten Rinnstein gesehen. Normalerweise kenne Ich das aus Dresden oder aus Kaiserslautern oder egal wo Ich bisher war so, dass man einen Rinnstein mit Kopfsteinpflaster oder Betonplatten absetzt. In Berlin gibt es sowas nicht, hier wird bis an den Bordstein geteert. Was es damit auf sich hat konnte Ich leider nicht recherchieren. Ich vermute es ist billiger und man spart dadurch Geld. 

Insgesamt ist Friedrichshain ein sehr interessantes Viertel.

 

Rigaer Strasse – Bundestag – TXL – Campingladen und daneben McDonalds-Toilette

11:24 – 13:48

84 km

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Ja, danach liess ich mich von meinem Navi zum Bundestag leiten. Dort hat sich seit 2016 nicht viel verändert. Einzig was auffällt ist dass an der U-Bahn-Linie U5 gebaut wird. Dazu hat der RBB auch eine interessante Doku gemacht. Einfach mal nach “U-Bahn unterm Sternenhimmel” googlen. 

Ich betrieb ein wenig Sightseeing und fuhr mit meinem Auto kreuz und quer durch “Mitte”. 

Was in Berlin auffällt, wieder mal so mal ein Ding was auch nur mir auffallen kann, ist das im Vergleich zu den Städten in denen ich bisher mit dem Auto unterwegs war die Ampeln anders geschaltet sind. Es dauert länger bis eine Ampel von rot auf gelb und dann von gelb auf Grün umschaltet. Das sind zwar nur Millisekunden aber es fällt mir auf. Ich will immer schon losfahren während es noch gelb ist da bei den Ampeln die ich aus anderen Städten kenne da längst schon grün wäre. Verrückt!

Ja, anschliessend ging es auf den berliner Autobahnring, die A 10. Dort wollte ich einfach so lange herumfahren beziehungsweise geradeausgefahren bis ich einen Rastplatz zum pinkeln gefunden hätte. Da ich allerdings nach vielen Kilometern immer noch keine Raststätte gesehen habe bin ich von der Autobahn runter und habe ein Campinggeschäft angesteuert. Dort habe Ich einen Wasserkocher gekauft den man an den Zigarettenanzünder anschließen kann. Beim McDonald’s direkt daneben hab ich dann einen kurzen Boxenstopp für einen Toilettengang eingelegt.

 

Campingladen / McDonalds – Bauhaus Parkplatz zum essen

14:05 – 14:25

5 km

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Danach ging es weiter zum Parkplatz eines großen Baumarkts, dort wollte ich mir etwas zu essen zubereiten. Was für ein Kraftakt! Nach einer Dreiviertelstunde (!) hatte ich 0,2 l Wasser zum Kochen gebracht welches ausreichte um zwei von diesen “Fix aus dem Becher”-Gerichten zuzubereiten. Eine wahnsinns Leistungsaufnahme hat dieser Wasserkocher! Geschlagene 110 W. Normale Wasserkocher für zu Hause haben zwischen 600 und 1200 W!

So langsam beschlich mich das Gefühl dass dieser Trip immer weiter zum Desaster werden würde. Erst hab Ich schlecht geschlafen und war den ganzen Tag relativ müde, dann diese Odyssee mit dem Essen. Ich war gespannt was dieses Wochenende noch an Überraschungen für mich bereithält!

 

Bauhaus – Tempelhofer Feld

15:30 – 16:10

14 km

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Die nächste Idee war dann zum Tempelhofer Feld zu fahren, wo ich 2016 schon mal gewesen bin. Eine sehr schöne Freifläche mitten in der Stadt, riesengroß, auf der man Fahrradfahren, Inlineskaten, joggen, laufen oder spazieren gehen kann. Es gibt Flächen für Hunde, einen Platz für “Kitesurfer” und so weiter. Allerlei Freizeitaktivitäten, sogar grillen, darf man da machen (wenn nicht gerade Corona ist, da ist grillen nämlich verboten und die “Parkaufsicht” verteilte einige Verwarnungen). Ich bin einmal komplett um das ganze Feld herum gelaufen und habe zweimal mit Peter telefoniert. Es waren schöne Gespräche. Nach ca. 4 Stunden ging ich wieder zum Auto und fuhr zurück zum Campingplatz. 

 

Tempelhofer Feld – Campingplatz

20:10 – 21:00

20 km (GPS leider ein wenig spät eingeschaltet)

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Der Tag war für mich so anstrengend und hat mich derart müde gemacht. Ich beschloss direkt ins Bett zu gehen. Dort hörte ich, genau wie den Tag zuvor noch ein paar Podcasts bis ich einschlief.

Gesamtübersicht Samstag – Klick machts grösser

 

Sonntag, 31.5.2020

Ja, der Sonntag ging dann erst um 11:00 Uhr so richtig los. Das war die Zeit um die Ich den Campingplatz verlassen habe. Ich war zwar schon seit 7:00 Uhr wach, lag aber die ganze Zeit ein wenig dösend im Auto und habe Podcasts gehört. Nach dem aufstehen ging es erst einmal zum duschen. Wieder am Auto belauschte Ich das Ehepaar im Wohnmobil neben mir. Er flüsterte seiner Frau etwas in der Art von “schau dir mal den komischen Typen neben uns an, der übernachtet in seinem Auto” zu. Ich fand das ganze eher witzig. Wenn man über jemanden lästert sollte man zusehen dass einem derjenige nicht hört. Naja…..

 

Campingplatz – Sightseeing: Regierungsviertel, Museumsinsel, Rundfahrt durch

Berlin Mitte – Döner

11:25 – 12:55

32 km

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Nachdem ich geduscht und angezogen war habe machte ich mich auf den Weg Richtung Museumsinsel gemacht. Leider fiel mir erst unterwegs auf, dass ich vergessen habe den GPS-Logger einzuschalten und so bin noch einmal zum Campingplatz zurück gefahren. Also ging es dann praktisch nicht um 11:00 Uhr los sondern um 11:30 Uhr

Durch einen blöden Zufall lotste mich mein Navi zur Invalidenstraße Ecke Chausseestraße. Mein Herz setzte einen Schlag aus als Ich die Ecke wiedererkannte: Ich wusste sofort und schlagartig wo ich war. Hier genau an dieser fucking-scheiß Haltestelle hatte ich 2016 bei meinem ersten Berlin-Besuch festgestellt dass meine Brieftasche verschwunden war. Dies war auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Hostel. Den Geldbeutel verlieren bevor man überhaupt richtig ankommt. Das muss man erstmal hinkriegen. Seitdem habe Ich mein Bargeld in der Hosentasche mit einem Geldclip gebündelt und meine Karten in einem Kartenetui ebenfalls in der vorderen Hosentasche. 

Ja, dann ging es per Auto zum Sightseeing nach Berlin-Mitte. Das schöne an diesem Ort ist ja, dass man überall Dinge findet die man schon aus den Medien kennt. Die Rudi-Dutschke-Strasse, das Axel-Springer-Hochhaus, welches ja wirklich direkt an die damalige Sektorengrenze gebaut wurde. Die Wilhelmstraße löst, wenn man durch sie durchfährt, ein wenig ein beklemmendes Gefühl aus. Das ganze Viertel dort atmet einfach Geschichte. Sofort hat man die Bilder von all den unzähligen “Hitler-Dokus” im Kopf die die zerbombte Reichskanzlei zeigen usw. Man kann die Geschichte hier sehen, fühlen, riechen schmecken, atmen wenn man sich in diesem Gebiet umhertreibt.

Na, wer weiß, was ein sogenannter Springerdecker Ist? Das wäre doch mal wieder eine Frage für genial daneben. Frau von Sinnen hätte ihre helle Freude daran, das kann ich mir gut vorstellen.

Besuch bei „Mutti“ – Hier ist die Privatwohnung von Angela Merkel

Etwas schlecht getroffen da vom Auto aus geschossen, aber wer genauer wissen will, was der “Pimmel über Berlin” ist, der klickt bitte hier (Wikipedia: Friede sei mit dir

So, nach 12:30 Uhr bekam ich dann Hunger! Ich hatte an dem Tag noch nichts gegessen. Ich mache mich also auf den Weg Richtung Frankfurter Tor, gen Friedrichshain und suchte mir einen Döner.  Auf dem Weg dorthin kam ich am “Il Ritrivo” vorbei, folgende Rezension hinterliess Ich damals dazu in meinem Blog: 

“Nähe Boxhagener Platz suchte Ich dann nen Italiener. Hatte Lust auf Nudeln. Der zu dem Ich dann wollte und den Ich zuerst gefunden habe hatte sich aber leider zwischenzeitlich in einen Inder verwandelt (Google Maps passt nicht immer). Also: Gegenüber zum Pizzafritzen.//Il Rittorro! OMG! Was für ein Saftladen! IRRE LAUT! Zig Leute auf winzigstem Platz, Hundegebell, Babygeschrei, lautes Gerede. Oh Jeh! Wo war Ich da nur gelandet?//Ich bekam für 1,5 h (Höchstens!!!) einen Tisch direkt neben der Klotür! Toll! Danach sei reserviert.//Ich bestellte Pizza und Apfelschorle. Ja, schlecht war es nicht, aber auch nicht gerade viel. Hätte Ich Hunger gehabt wäre es schlecht gewesen.//Zum Ambiente: Tja! Jedes Bahnhofsklo ist gemütlicher! Verkritzelte Wände, gestoppeltes Mobiliar, Tischdecken mit Löchern so groß dass mein Kopf durch gepasst hätte!//Egal. Ich wollte was essen und danach nach Hause.//Soll Ich davon erzählen dass die einzigen Worte die Ich von der Bedienung gehört habe „14,80€, Ich komm gleich wieder!“ waren?//Und Ja, Ich hab mir die 20 ct. rausgeben lassen!//Oh Jeh! Ich war froh als Ich aus dem Lärmtempel wieder draußen war.//” 24.9.2016: Urlaubsbericht Berlin)

Da wollte Ich nicht wieder hin. Es hat mich gewundert dass es den Schuppen immer noch gab. 

Danach ging es einen Döner essen, der war lecker. Ich glaube das war der erste „Chicken-Döner“ den Ich in meinem Leben gegessen hab, die hatten keinen anderen.

 

  1. Teil 9

Döner – Vorbei an dem Hostel in dem Ich 2016 war (Schlafmeile) – Hohenschönhausen – SXF / BER-Panne

13:25 – 15:00

48 km

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Anschließend weiter Sightseeing Richtung Marzahn. Ausserdem bin ich am Hostel “Schlafmeile” vorbeigefahren, in dem ich 2016 Urlaub gemacht habe. Um 15:00 Uhr bin ich am Flughafen Schönefeld beziehungsweise am neuen BER angekommen. Ich wollte mir dort das Gelände und die Baustelle ein wenig von außen ansehen. Wenn man schon mal in Berlin ist, kann man das ja mal mitnehmen dachte Ich mir. Leider machte mir mein rechter Vorderreifen mit dem ich schon seit einigen Wochen oder Monaten Probleme habe, er verliert immer wieder Luft, nun einen Strich durch die Sightseeing Rechnung. Er platzte nämlich auf einem Zubringer von einer Bundesstraße zu einer anderen. 

Was blieb  mir also übrig, außer den ADAC anzurufen und mir helfen zu lassen. Als ich mein Auto damals gekauft habe war nämlich kein Wagenheber dabei. Ich habe mir dann einen im Autozubehörhandel gekauft, genauso wie ein Warndreieck und Verbandskasten, was ebenfalls fehlte. Leider passt der hydraulische Wagenheber den ich mir damals gekauft habe nicht unter mein Auto. Der Abstand vom Boden bis zur Unterkante der Karosserie ist nämlich kleiner als die Höhe des Wagenhebers. Sehr schlau! 

Etwa eine Dreiviertelstunde später war der gelbe Engel da und wechselte mir mit Wagenheber und elektrischem Schrauber den Reifen. Er hatte sich das ganze mal genauer angesehen und meinte ich solle auf der Rückfahrt aufpassen, dass mir der andere Vorderreifen nicht auch noch platzt. Denn auch der sei schon massiv angegriffen. 

Er erklärte mir, dass meine Werkstatt wohl Mist gebaut hat und den Sturz falsch eingestellt hat. Die Reifen sind beide praktisch nach innen “gekippt” montiert und haben sich daher massiv einseitig abgenutzt.

Man sieht hier beim Reifen schon das Metallgeflecht im Inneren durchscheinen. Der Mann vom ADAC riet mir davon ab mit diesen Reifen schneller als 60-80 kmh zu fahren, was bedeutet dass Ich die Heimfahrt via Landstraße antreten darf. FREUDE!

 

  1. Teil 10

SXF / BER Panne – bis kurz vor den Campingplatz und dann an einen Späti (alles mit max 60 kmh und ohne Autobahn)

16:15 – 18:20

60 km

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Als nächstes fuhr mich mein Auto bis fast zurück zum Campingplatz. Kurz vorher wendete Ich aber noch einmal. Da mein Getränkevorrat zu Neige ging und Ich am Samstag vergessen hatte den aufzufüllen suchte Ich einen Spätshop. Das sollte in Berlin eigentlich kein Problem sein dachte Ich. Leider war der Nordwesten da nicht sehr gut bestückt. Der Laden den Ich ansteuerte hatte absolut gar keine Auswahl. Schon gar nicht bei alkoholfreien Getränken. Auch an “Kaltkonserven” konnte ich nichts brauchbares finden. So verließ ich ihn unverrichteter Dinge wieder. 

 

  1. Teil 11

Späti – Tankstelle 1

18:40 – 18:52

6 km

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Als Nächstes steuere ich eine Tankstelle an um mein Benzinvorrat aufzufüllen. Doch dort im Shop gab es nur überteuerte Cola für vier Euro den Liter und andere Preziosen für genauso viel überteuertes Geld. Wieder ein Schuss in den Ofen!

 

  1. Teil 12

Tankstelle 1 – Tankstelle 2

19:00 – 19:05

2,1 km

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Auch eine weitere Tankstelle hatte nicht wirklich ein tolles Angebot, so erstand ich dort nur überteuerte Apfelschorle für den Rückweg am Folgetag. Der ADAC-Mann empfahl mir ja außerdem den Luftdruck in den Reifen noch einmal zu überprüfen. Auch das bereitete mir Schwierigkeiten, denn an beiden Tankstellen die Ich anfuhr wollte man dafür Geld haben. Pah! So ein Mist! So musste Ich das auf den Montag verschieben und mir auf dem Heimweg eine Tankstelle suchen an der das kostenlos geht.

 

  1. Teil 13

Tankstelle 2 – McDonalds

19:14 – 19:30

5,3 km

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Mein leerer Bauch steuerte mich schliesslich in eine nahe gelegene McDonald’s Filiale. Dort holte ich mir ein großes Menü und mampfte das in einer Seitenstraße, während ich mit meiner Mutter telefoniert. Ich klagte ihr mein Leid und wir tauschen uns ein wenig über dies und das auf beiden Seiten aus. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz erreichte mich der Anruf einer Arbeitskollegin, die ich vorher versucht hatte anzurufen. Ihr Mann ist Mechaniker und gab mir einen Tipp für eine gute Werkstatt in meiner Nähe zu Hause in Dresden. Dort werde ich demnächst mal vorstellig werden um mir ein paar neue “Schlappen” zu holen und den Sturz einstellen zu lassen.

 

  1. Teil 14

McDonalds – Campingplatz

20:05 – 20:30

11 km

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Um 20:30 Uhr war ich wieder zurück auf dem Campingplatz. Ich unterhielt mich ein wenig mit meinem Parzellennachbar, einem Dauercamper und klärte ihn über diesen seltsamen Typen neben Ihm auf, der in seinem Auto übernachtet. Dann hörte Ich noch ein paar Podcasts und schlief irgendwann ein. 

Gesamtübersicht Sonntag – Klick machts grösser

 

Montag 1.6.2020

  1. Teil 15

Campingplatz – Tankstelle, Luft checken

9:05 – 10:55

0,8 km

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Ja, Montag dann fuhr Ich recht früh los, schon in der Annahme dass der Tag nicht glatt laufen würde. Eigentlich wollte Ich Montag noch ein wenig Sightseeing machen, liess das dann aber angesichts des Zustandes meines Autos sein. An einer Tankstelle um die Ecke fand Ich eine kostenlose “Luftpumpe” und gönnte meinen Schlappen ein wenig frischen Atem. 

 

  1. Teil 16

Tankstelle – Panne 2

9:05 – 10:55

81 km

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Danach bin Ich über innerstädtische Strassen (Nur nicht zu schnell fahren!) bis an den südlichen Rand von Berlin „gezuckelt“. Nach ca. einer Stunde erreichte Ich den Stadtrand und die B96 die von Berlin bis nach Dresden durchgeht. Ich habe Berlin dann in Richtung Marienfelde verlassen.

Auf der Bundesstrasse schlich Ich dann mit ca. 80 km h vor mich hin. Ich fühlte mich an die Beschreibungen der japanischen Landstrassen des Bloggerkollgegen Silencer erinnert (Silencer137: Reisetagebuch Japan 7: Breakfast for Champions

Da mich das Schicksal an diesem Wochenende noch nicht genug gebeutelt hatte, platzte mir schliesslich zwischen Luckenwalde und Jüterbog der zweite Reifen!

Also erneut: ADAC rufen, warten!

 

  1. Teil 17

Panne 2 – Werkstatt (auf dem Abschleppwagen)

11:45 – 13:30 (Anfang fehlt)

Klick machts grösser – GPS leider ein wenig zu spät eingeschaltet

35 km

Ungefähr eine Stunde später war der Abschleppwagen da (Man hat ja gemeinhin nur einen Ersatzreifen dabei und der war schon aufgezogen!). Es ging also in eine Werkstatt nach Brück in der Nähe von Bad Belzig. In ungefähr anderthalb Stunden wurde mir dann ein Ersatzreifen aufgezogen. Die Werkstatt hatte extrem viel zu tun, andauernd kamen neue ADAC Aufträge rein. Ich sah das aber alles sehr gelassen, Ich hatte an dem Tag ja nichts mehr vor. Und wenn Ich mich über die Situation aufgeregt hätte, wäre es auch nicht schneller gegangen. Also: immer schön cool bleiben! 

Kurz vor 15:00 Uhr ging es dann weiter, dieses Mal, da beide Reifen nun in Ordnung waren, sogar etwas schneller als zuvor.

  1. Teil 18

Werkstatt – Campingplatz

14:50 – 15:45

75 km

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Leider musste Ich die ca. 75 km nach Berlin noch einmal zurück fahren, da Ich Dösbaddel den Schlüssel vom Campingplatz noch einstecken hatte. Also: Ab auf die Autobahn!

 

  1. Teil 19

Campingplatz – Subway 1

15:50 – 15:55

3 km

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Danach war der Plan, eine Kleinigkeit bei Subway zu essen. Das blöde an der Sache war nur, dass der erste Subway geschlossen hatte, …

 

  1. Teil 20

Subway 1 – Subway 2 (da war kein Subway an der Adresse)

16:05 – 16:42

19 km

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  1. Teil 21

Subway 2 – Subway 3 (ohne Parkmöglichkeit) – Subway 4

16:44 – 17:10

19 km

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… der zweite Subway hatte keinen Parkplatz hatte und der dritte Subway total viele Kilometer weit entfernt war. Mit Subway suchen und Sandwich essen habe ich insgesamt weitere zwei Stunden verbraten. 

 

  1. Teil 22

Subway 4 – zu Hause (Autobahn erst um 18:30 erreicht wegen Stau)

17:40 – 20:45

247 km

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Auf dem Rückweg zur Autobahn nun plötzlich auch noch derart stockender Verkehr dass mein Kühler mal wieder angefangen hat zu kochen. Ergo musste ich mehrere Pausen am Fahrbahnrand machen und verlor dadurch noch mehr Zeit. Ich glaube, da das immer dann auftritt wenn Ich viel an Ampeln stehe, im Stop-and-Go-Verkehr oder im Stau unterwegs bin, dass mein Ventilator vorne im Auto kaputt ist und der Motor sich nur dann kühlen kann wenn er von vorne genug Fahrtwind abbekommt. Auch das muss Ich mal prüfen lassen. 

Der Trick mit dem einschalten der Heizung der oft genannt wird, funktionierte leider auch nicht. Als ich die Heizung volle Pulle aufgedreht hatte kam nur kalte Luft. Am Ende sah Ich dass das alles nur an einer beschissenen Baustellenampel lag, die immer nur eine handvoll Autos durchliess. Dadurch entstand hier gefühlt 5 km Stau oder was weiß Ich.

Als ich dann endlich auf der Autobahn war lief es dann aber glatt durch bis Dresden! 

Endlich klappte mal was an diesem blöden Wochenende!

Gesamtübersicht Montag – Klick machts grösser

 

Fazit:

Ja, wie man sehen kann hatte Ich alles in allem ein nicht unspannendes Wochenende!

Gedacht war dieser Trip nach Berlin in erster Linie ja dazu, mal zu testen wie das so funktioniert mit dem schlafen im Auto. 

Irgendwann einmal möchte Ich nämlich mal Urlaub in Süditalien machen um mir dort mit dem eigenen Auto Land und Leute anzusehen. Ich bin in meinem Leben noch nie geflogen (nicht mal von der Schule) und Ich glaube das ist auch nicht so meins. Ausserdem glaube Ich dass Ich bei einer Anreise mit dem eigenen Auto billiger fahre als mit Flug und Mietwagen. Und ein Urlaub ohne Auto kommt für mich nicht in Frage. Ich will im Urlaub flexibel sein, heute hier hin fahren morgen dorthin und nicht nur in Bari am Strand liegen. 

Bis nach z. B. aber Bari braucht man laut Google-Maps, wenn man um Maut zu sparen keine Autobahnen fahren will bzw. um auch was von der Landschaft zu sehen, ca. 26 Stunden. Solche Strecken kann man nicht auf einmal fahren. Daher kam mir der Gedanke mit dem im Auto schlafen. 

Nunja, wie beschrieben, es geht mal zur Not mit dem schlafen im Auto, aber drei Wochen Urlaub würde Ich so eher nicht machen wollen. Am Zielort sollte man sich dann doch schon eine Pension nehmen. 

Irgendwann werde Ich Berlin aber noch einmal per Auto, dann aber mit Hotelzimmer, bereisen. Da gibt es sicher noch sehr viel zu entdecken. Im Endeffekt kostete mich die Übernachtung auf dem Campingplatz mit 20 € / Nacht so viel wie eine Übernachtung z. B. in einem IBIS-Budget. 

Dann werde Ich mir auch mehr von der Stadt ansehen. Ich habe ja in diesem “Urlaub” den ÖPNV zu 100 % vermieden um diesem blöden Coronavirus aus dem Weg zu gehen. Wer keine anderen Menschen trifft kann sich auch nicht anstecken! Ganz einfache Sache!

Nunja, dieses Jahr wird das sicher nichts mehr mit einem Urlaub im Süden, nicht nur wegen Corona, auch wegen meiner Finanzen. Ich zahle ja bis September immer noch meine Autoreparatur ab, muss nun sehen was mich ein paar neue Reifen und die Reparatur des Lüfters kosten und weiss nicht was bis zum nächsten TÜV-Termin im kommenden Jahr noch alles so an meinem Autochen kaputt gehen kann…

Ach ja…..

 

Gesamtübersicht:

Freitag: 205 km

Samstag 147,3 km

Sonntag 164,4 km

Montag 479,8 km

Gesamt 996,9 km

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