Genderer/in, Genderer*in, Genderer_in, gegender, …

Als Ich eben meine ungelesenen Feeds durchblätterte bin Ich auf einem Link aus der Rubrik 6vor9 des Bildblogs vom 23.4. diesen Jahres hängen geblieben: Einer Textsammlung von jetzt.de zum Thema gendergerechte Sprache

In den verschiedenen Artikeln werden diverse Methoden besprochen, vom Binnen-I über das Gendersternechen, eine Autorin hat sogar einen Tag das generische Femininum ausprobiert. Alles sehr interessant.

Auch Ich habe mich schon seit Jahren mit diesem Thema beschäftigt und finde die Diskussion leider generell sehr vergiftet. Wie viele Diskussionen heutzutage ist auch diese an den Fronten total verhärtet.

Da gibt es die „Feminazis“ (Achtung! Sehr böses Wort, nicht ohne erklärenden Kontext verwenden!) die alles für alle anpassen und gendern wollen und es gibt die „Alten Säcke“ (diese Beleidigung finde Ich OK)  die alles so lassen wollen wie es ist weil das ja schon immer so war. Die letztgenannteren gehören zur Fraktion „Ich mag Frauenbewegungen wenn Sie rhythmisch sind“. Stichwort: toxische Männlichkeit. Erst darf man seine Kinder nicht mehr verprügeln, dann die Frau mit der man verheiratet ist nicht mehr vergewaltigen, dann sollen die Weiber auch noch das selbe verdienen wie der Mann, und so weiter. Der pograbschende, sabbernde Lüstling wird von allen Seiten in die Ecke gedrängt und seiner so lieb gewonnen „Freiheiten“ beraubt („Darf man denn heute gar nix mehr…“).  

Man hat das Gefühl wenn man sich länger damit beschäftigt dass das alles nicht sehr zielführend ist. Meiner Meinung nach muss hier eine Initialzündung aus der Bundespolitik kommen mit dem Willen wirklich was zu verändern, und nicht nun so zu tun als wolle man das. Leider ist hier eine Lösung des Problems bei DER MANNschaft nicht in Sicht. 

Ich nicht dass das mit einer „Alte-Säcke-Partei“ wie der CDU klappt. Und leider hat mir auch die SPD hier zu wenig Ambitionen. Die Grünen vielleicht.

Tja, aber wie nun lösen das Problem?

Ich kann mit den im Moment gebräuchlichen Lösungen wie den Binnen-I (LehrerInnen), dem Gendersternchen (Lehrer*innen) usw. auch nichts anfangen. Ich gebe hier den Kritikern recht, dass das meiner Meinung nach den Lesefluss stört.

In anderen Ländern (siehe auch dazu ein interessanter Text auf jetzt.de) ist diese Diskussion sehr unterschiedlich ausgeprägt. 

Im englischen gibt es z. B. wo wir hier im deutschen drei Artikel haben (Der, Die, Das bzw. Ein, Einer, Eine) nur einen (The bzw. a) und es wird oft keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau gemacht (The driver, the cook, a producer, a worker). 

Ich finde dass wenn man das ganze schon geschlechtergerecht machen will, dann doch bitte auch radikal und konsequent. Man könnte zum Beispiel neue Worte für Berufsbezeichnungen hernehmen. Bei einigen Sachen klappt das mittlerweile ja schon ganz gut. Lehrende statt Lehrerinnen und Lehrer oder Studierende statt Studentinnen und Studenten, usw.

Ich hatte vor Jahren schon die Idee dass man eine geschlechtsneutrale dritte Form einführt. Der Koch, Die Köchin, Xxx Kochende z. B. Dazu müsste man dann auch noch jeweils einen vierten bestimmten und einen vierten unbestimmten Artikel einführen oder sich wie im englischen auf eine Form für alles einigen („The“ und „a“).

Xxx Schweissende, Der Schweisser, Die Schweisserin. 

Xxx Krankenpflegende, Der Krankenpfleger, Die Krankenpflegerin (und die Krankenschwester schaffen wir ab).

Sicher bei manchen Sachen wird das kompliziert: Was machen wir mit dem Experten (Die Expertin, Xxx Experts?). Keine Ahnung, Ich bin kein Experte. Auch nicht zu dem Thema. Aber auch dafür sollte es kluge Köpfe irgendwo in Deutschland (Dem Land der Dichter und Denker!) geben die dafür eine Lösung finden könnten. Die Typen (und Typinnen) die damals anno domini 1996 diese Schlechtschreibrefrm verbrochen haben müssen doch noch irgendwo rumsitzen oder so. 

Ja, was bleibt da am Schluss? Diese Diskussion ist, wie leider vieles im Moment, ideologievergiftet. 

Das bringt leider keinen voran. 

Es bleibt ein spannendes Thema der nächsten Jahr(zehnt)e und eine interessante Aufgabe für die Zukunft.

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