Bestandsschutz

Wenn Ich so darüber nachdenke, kann man schon sagen dass Ich kein Mensch bin, der gerne etwas aus seinem Besitz hergibt.

Woher das genau kommt kann Ich auch nicht genau sagen, Ich weiss nur dass sich dieses aufheben seit Jahren wie ein roter Faden durch mein Leben zieht.

Im Moment ist es nicht so, dass Ich meine Wohnung total zumülle oder jeden Schnipsel alte Zeitung oder jedes leere Einmachglas aufhebe. So nicht. Aber dennoch wenn Ich so bedenke was alles in meinem Keller herumsteht.

Mittlerweile sind das geschätzt über 100 Umzugskisten a 65 l an Sachen von denen Ich nur partiell noch erahnen kann was das alles ist.

Das Problem fing schon in meiner Kindheit an. Ich habe mich ungerne von Dingen dauerhaft getrennt und war schon immer sehr objektfixiert. Es ist heute noch so dass Ich zu den meisten Sachen die Ich aufhebe eine emotionale Bindung habe. Es sind alles Dinge bei denen Ich mich zumindest Teilweise erinnern kann woher Sie kommen oder was der Hintergrund der Sache ist.

Sachen ohne Wert hebe Ich nicht auf.

So habe Ich zum Beispiel noch alle meine Kinderbücher, alle meine Stofftiere, einen ganzen Kasten voll alter Bierdeckel, zum Teil 50 Jahre alt, immer wieder die selben, geerbt von Opa. Oder über 1000 Videokassetten oder sogar an die 1500, alle auf DVD überspielt. Oder aber auch die dazugehörigen ca 2 oder 3000 DVDs, auch im Keller weil Ich Sie nicht mehr brauche.

Alte Taschen von Oma, einen alten Pelzmantel, eine Alte Uhr aus Omas Küche, Gläser, Besteck Geschirr Küchenutensilien leere Ordner en masse nachdem Ich zuhause alle meine Papiere zwecks Gleichschaltung in einen einzigen Typ Ordner, den grünen von Leitz, einsortiert habe.

Mittlerweile ist das alles wirklich so umfangreich, dass Ich gar nicht mehr weiss was das alles ist. Wenn Ich es aber wieder sehe, fällt mir genau ein was das ist, woher er kommt und welchen Bezug Ich dazu habe. Wie gesagt, es ist kein Gerümpel. Über 90 % der Sachen sind noch verwertbar oder benutzbar. Mit Sicherheit.

Mittlerweile bin Ich aber an einem Punkt angekommen an dem kaum noch etwas hinzukommt. Nur noch Sachen die im Moment eh schon da sind und die Ich in meiner (zugegebenermaßen sehr kleinen Wohnung) nicht mehr brauchen kann, an denen Ich aber hänge.

Bis vor ein paar Monaten hatte Ich monatelang immer einen leeren aufgestellten Umzugskarton im Schlafzimmer stehen in den Sachen kamen die Ich nicht mehr brauchte. War der voll, kam er zu den anderen in den Keller.

Jetzt bin Ich an einem Punkt angekommen, an dem Ich ziemlich gut entscheiden kann ob ich mich dauerhaft an etwas neues binden will oder ob Ich Nein sage wenn Ich etwas dazu nehmen will.

Mein Hang dazu altes zu bewahren hat mich immer wieder verleitet Sachen aufzuheben oder zu beschützen.

Ich kann mich erinnern dass gerade meine Tante, also die jüngere Schwester meines Vaters, früher Sachen oft an uns abgetreten hat, die Sie nicht mehr benötigte. Geschirr, Einrichtung, Bücher usw. Ich konnte nie nein Sagen da Sie damit „gedroht“ hatte es sonst wegzuwerfen. Wie konnte Ich das riskieren?

Mittlerweile bin Ich soweit, dass Ich in meiner Wohnung kaum noch Sachen habe die Ich nicht brauche. Alles was Ich innerhalb eines Jahres nicht mehr benötige habe Ich „entsorgt“.

Das was jetzt noch viel Platz wegnimmt sind meine Bücher, meine Ordner und Papiere und meine Kleider.

Mittlerweile habe Ich um die 200, 220 Ordner mit Papieren und geschätzte 1000 Bücher und 500, 600 DVDs. Vor einiger Zeit habe Ich sogar mal die Regalmeter ausgerechnet, kann Sie jetzt aber nicht finden.

Das sind Dinge die wohl auch in Zukunft noch mehr werden. Das Problem im Moment ist aber, dass Ich keinen Platz habe sie so aufzuheben dass Ich auch drankomme weil meine Wohnung einfach viel zu klein ist.

Etwa 100 Ordner mit Papieren von meiner Umschulung stehen übereinander gestapelt auf dem Schlafzimmerschrank, hinter der Wohnungstür in einer Niesche habe Ich Bücher ca 1 m breit und 2,7 m hoch übereinander gestapelt. Versuch mal da eines rauszuziehen ohne alles einstürzen zu lassen. Ca. 100 Stück liegen auf dem Schlafzimmerschrank.

Wenn Ich umziehe will Ich das alles ein wenig besser organisieren. Ich will in meinem Schlafzimmer und in meiner Küche einen Einbauschrank bauen um alles optimal unterzubringen. Im Wohnzimmer sollen große wandfüllende Regale gebaut werden in denen nachdem alles untergebracht wurde immer noch Platz für neues ist.

Gestern haben wir den Hausgang endlich aufgeräumt. Der ganze Schmodder steht nun in meiner Küche weil Ich noch nicht dazu gekommen bin das in den Keller zu räumen. Mal sehen wieviele Wochen das dauert.

 

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