Heimat

Gestern war mein Cousin mit seiner Verlobten bei und zu Besuch. Er hat mir geholfen auf der Terrasse Grünschnitt in Säcke zu packen, zu fegen und ein Sonnensegel auszuhängen. Sie hat meiner Mutter geholfen Klamotten auszusortieren. 

Am Nachmittag gab es dann Nudelsalat und Belegte auf der frisch hergerichteten Terrasse.

Alles in allem war das ein sehr schöner Nachmittag.

Als Ich dann da mit den dreien auf der Terrasse saß, kam in mir so ein “Heimat-Gefühl” auf. Ich fühlte mich wieder wie 24. 

Damals, 2011, war die Zeit in der Ich meine Umschulung gemacht habe. Mein Vater war gerade 2 Jahre tot und Ich habe draussen unsere Terrasse hergerichtet, einen Zaun gebaut und Elektrik verlegt, einen Sonnenschutz gebaut, so dass man gemütlich draussen sitzen kann. 

Oft saß Ich im Sommer mit meinem Laptop draussen auf Terrasse und genoss das schöne Wetter bis weit in die Nacht hinein. 

Oder wie oft haben wir mit meinem Cousin und meinem Onkel auf der Terrasse gesessen und gegrillt. Wenn Wetter war, jeden Samstag. 

So viele Erinnerungen hängen in diesem Haus. 

Meine Mutter hat gesagt, dass Sie in ca. 10 Jahren hier ausziehen will, weil Ihr das jetzt schon alles viel zu viel Arbeit ist. Bisher war der Gedanke, dass das Haus dann verkauft werden soll. 

Je länger Ich aber wieder hier bei meiner Mutter wohne, je länger Ich, so wie am Freitag Abend, mit meinem Auto wieder die alte Heimat erkunde, um so mehr wächst in mit ein wenig der Wunsch über kurz oder lang wieder in die alte Heimat zurück zu ziehen. 

Heimat ist eben einfach Heimat.

Heimat ist roter Buntsandstein, Heimat sind 3 cm dicke “Globus-Fläschkeesweck”, Heimat ist der Pfälzerwald, Heimat ist Dialekt, Heimat ist der Rest an Familie der immer kleiner wird, Heimat ist mit der Familie auf der Terrasse grillen, Heimat ist die Provinz vor der Ich eigentlich nach Dresden geflüchtet bin und die mich sogar mal mit dem Gedanken hat spielen lassen nach Berlin zu ziehen, …

Eigentlich konnte Ich mich noch nie mit dem Gedanken anfreunden, dass mein Elternhaus irgendwann einmal verkauft werden soll. Alleine: Wie soll Ich in einer Wohnung die Ich mir leisten kann den ganzen Plunder aufheben der mir so am Herzen liegt. Ich hab nun alleine von meinem verstorbenen Opa über 30 kleine Umzugskisten voll mit Büchern geerbt, dazu kommen noch mindestens 10 Kisten “Nippes”, einen Haufen Werkzeug usw. Dazu all die Dinge die mir von meinen Eltern alle so am Herzen liegen. Vor allem an Möbeln. 

Irgendwie hat es mir gefallen gestern mit dem Gedanken zu spielen wieder in mein Elternhaus einzuziehen. Wenn meine Mutter dann in eine Wohnung in die Stadt ziehen würde, könnte Ich mich hier voll und ganz ausleben und das alles nach meinen Wünschen gestalten. 

Je länger Ich nun darüber nachdenke, um so mehr kann Ich mich mit dem Gedanken anfreunden…

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