Buchrezension Nr. 20 Latif Yahia „Ich war Saddams Sohn“

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Titel: Ich war Saddams Sohn

Autor: Latif Yahia

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Allgemeines zum Autor

Über den Autor und Protagonisten ist neben seiner Tätigkeit als Doppelgänger wenig bekannt.

Der 1964 geborene Latif Yahia kämpfte im Frühjahr 1988 als Offizier im Krieg gegen den Iran, wurde dann als Doppelgänger rekrutiert.

Allgemeines zum Buch

Aus Angst vor Anschlägen entwickelte Saddam Hussein ein raffiniertes System von Doppelgängern für sich und seine Familie. Einer von Ihnen war Latif Yahia: Über Jahre wurde er gezwungen Odai Hussein, den zweitmächtigsten Mann im Staate, zu doubeln. Diese Position verschaffte Ihm einzigartige Einblicke in das grausame Zusammenspiel von Terror und zügelloser Machtausübung, auf dem Saddam Husseins Herrschaftsapparat beruht – eine Erfahrung, für die er mehr als einmal fast mit dem Leben bezahlt hätte. Die Geschichte des Latif Yahia ist in gleicher Weise erschütternder persönlicher Bericht, mitreißender Lesestoff und ein Zeitdokument von hoher aktueller Brisanz.

Inhaltsangabe

Latif Yahia wurde 1988 gezwungen, als Doppelgänger des Sohnes von Saddam, Odai Hussein zu leben. Diese Rolle musste er vier Jahre spielen, bevor ihm 1992 die Flucht ins westliche Ausland gelang. Die Memoiren von Latif Yahia ermöglichen einen vortrefflichen Blick in die Innenarchitektur der Tyrannei.

Aus Angst vor Anschlägen, entwickelte Saddam Hussein ein raffiniertes System von Doppelgängern für sich und seine Familie. Latif Yahia doubelte über Jahre den berüchtigten Odai Hussein. Die beiden kannten sich bereits aus der Schulzeit. Zur Schule kam Saddams Sohn als vierzehnjähriger Knabe, wann er wollte, mit einem Porsche den er selbst steuerte.

Als er eines Tages ein Mädchen mitbrachte, stellte ein Professor an Odai eine schüchterne Frage, am nächsten Tag war der Professor spurlos verschwunden. Keiner wagte nach dem Schicksal des Pädagogen zu fragen. Obwohl sich Odai Hussein nicht am Schulunterricht beteiligte, bestand er die Hochschulprüfung mit der höchsten Auszeichnung.

Der 1964 geborene Latif Yahia kämpfte im Frühjahr 1988 als Offizier im Krieg gegen den Iran. Plötzlich wurde er abgeholt und nach Bagdad gebracht. Dort wurde ihm nach wochenlangen schweren Folterungen das Angebot gemacht, den Sohn des irakischen Diktators zu doubeln. Nachdem er vorher seine eigenen Exkremente fressen musste, nahm er das Angebot, ein Fidai zu werden, an. Ein Fidai ist im Iran mehr als ein Doppelgänger. Er ist ein Kämpfer, ein Leibeigener, er muss bereit sein für seinen Herren zu sterben.

Der Herr Odai Hussein war zwischenzeitlich Chef des Journalistenverbandes, Präsident des Fußballverbandes und Boss eines eigenen Geheimdienstes geworden. Odai Hussein ließ ein Buch schreiben, indem er Gott drei Fehler bescheinigte: „Gott hätte kein Ungeziefer, keine Juden und Perser erschaffen dürfen“. Ansonsten wird Odai Hussein als brutaler, sadistischer Analphabet beschrieben. Der Fidai konnte dies beurteilen, denn er musste seinen Herren stets begleiten und ihn bei öffentlichen Auftritten in denen von einer Anschlagsgefahr ausgegangen wurde vertreten.

Odai Hussein ist wie sein Vater ein absoluter Autonarr. Stets mussten hundert Automobile, für den Sohn des Präsidenten fahrbereit zur Verfügung stehen. Selbstverständlich handelte es sich um europäische und amerikanische Nobelmarken. Wenn Odai eines seiner Autos bestieg, wurden sämtliche Straßen, die der Präsidentensohn befuhr, gesperrt.

Mit seinen Leibwächtern veranstaltete er so genannte Wettrennen. Niemals wagte ein anderer Odai zu überholen, er musste die „Rennen“ gewinnen. Andernfalls wurde es gefährlich. Eines Tages im Jahr 1988 wagte es ein ziviler Autofahrer, ganz normal den Präsidentensohn zu überholen. Daraufhin bekam Odai einen cholerischen Anfall und befahl seinen Leibwächtern „den Kerl aus der Karre zu holen und zu erschießen“.

Nachdem Odai Hussein einen nagelneuen Ferrari erstand, durfte per Gesetz im Irak niemand mehr ein solches Auto importieren. Dieser Herr wechselte viermal am Tag die Anzüge, flog öfter Inkognito nach Genf zu seinem Onkel, der als Finanzminister Saddams die Aufgabe hatte, von dort aus Millionen weltweit unterzubringen.

Stets war Odai Hussein auf der Jagd nach Mädchen. Diese wurden oft am Straßenrand aufgegriffen und nachdem sie von Odai Hussein missbraucht wurden, meist getötet. Besonders dann, wenn der Herr unzufrieden mit seinen Opfern war. Hin und wieder ließ Odai Hussein die Frauen von seinen Kampfhunden zerfleischen, die er persönlich losließ und anfeuerte.

Bekannt war Odai Hussein für seine Orgien mit Champagner und nackten Frauen in Luxushotels oder einem Präsidentenpalast. Diese Orgien wurden nur kurz, während des ersten Golfkrieges 1991, unterbrochen, da sich Odai in der Schweiz aufhielt und sich von Latif Yahia an der Front doubeln ließ. Diese heldenhaften Frontauftritte wurden in der Presse groß herausgestellt.

Umgehend nach dem Golfkrieg setzte Odai Hussein sein ausschweifendes Leben in Bagdad fort. Die Not des Volkes, scherte dabei nicht im geringsten. Vorher wurde der Überfall auf Kuwait genützt, um sämtliche Luxuswagen in den Besitz von Odai Hussein zu bringen. Sein Vater schnappte sich die kuwaitischen Goldbarren und Millionen an Devisen für seine Privatkonten. Den einfachen Soldaten, wurden die übrigen Gegenstände zwecks Plünderung überlassen.

Der Irak war nach dem Krieg gegen den Iran pleite und die Soldaten sollten so an das Regime gebunden werden. Nach dem verlorenen Krieg, gegen die Alliierten 1991, kam es zu einer äußerst brutalen Niederschlagung des Aufstandes der Kurden und der Schiiten im Land. Aber auch innerhalb der Regimespitze wurden offene Rechnungen mittels Erschießungen und Folter beglichen. Nach Latif Yahia machte es Odai Hussein besonderen Spaß an solchen Aktionen teilzunehmen. Er erklärte: „Dies habe ich von meinem Vater gelernt“.

Was Ich von dem Buch halte

Die Memoiren von Latif Yahia sind absolut empfehlenswert. Das Buch gestattet einzigartige Einblicke in das grausame Zusammenspiel von Terror und zügelloser Machtausübung, auf dem Saddam Husseins Herrschaftsapparat beruhte. Die Geschichte des Latif Yahia ist ein erschütternder persönlicher Bericht, mitreißender Lesestoff und ein Zeitdokument von hoher Brisanz.

Es ist zwar schon ein paar Jahre her dass Ich das Buch gelesen habe, doch kann Ich mich erinnern dass es überaus spannend war.

Nicht nur aufgrund der Tatsache dass dies alles sehr wahrscheinlich so geschehen sein muss, nein auch der Stil in dem Yahia, beraten von Karl Wendl, das Buch geschrieben hat fesselt. Nur allzu oft wird fast schon zu realistisch geschildert wie sadistisch dieses Regime und seine Protagonisten die darin agierten veranlagt waren, allen voran Saddam Hussein und sein Sohn Udai.

Ein Menschenleben ist nichts wert. Männer, Frauen, Kinder werden der Unterhaltung wegen getötet.

Flotte Unterhaltung mit realem Hintergrund.

Fazit

Absolut lesenswert auch einige Jahre nach Ende des Hussein Regimes im Irak. Ein Zeitdokument das man immer wieder zur Hand nehmen kann.

Wertung

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