Der August ist angebrochen

Ja, das ist er, der August ist angebrochen.

Die Zeit vergeht, das Jahr läuft mir davon und Ich muss mir so langsam klar darüber werden wohin mein Schiff steuert.

In den letzten zwei Wochen war Ich dann des öfteren in meinem neuen Stammcafe, im Continental in der Neustadt. Dort konnte Ich nach verkopften Tagen wunderbar abschalten, am besten am Nachmittag bei einem Kaffee.

Meine Jobcenter Massnahme ist am Freitag auch ausgelaufen. Dort habe Ich es dann an den letzten beiden Massnahmetagen Mittwoch und Freitag geschafft ca. 250 Kurzbewerbungen, also Anschreiben und Lebenslauf auf einer Seite per Serienbrief, abzusetzen. Mal sehen ob mich jetzt jemand als Bürokaufmann haben will.

So langsam werde Ich mir aber ernsthaft darüber Gedanken machen müssen, ob das Büro, wirklich der richtige Ort für mich ist. Ich glaube Ich muss mehr mit Menschen zu tun haben. Ich meine, der einzige Grund warum Ich einen Beruf im Büro gewählt habe ist weil Ich da auf meinem fetten Arsch sitzen kann und weil das das ist was dem liegen am nächsten kommt. Tolle Gründe, was?

Seit Wochen habe Ich Probleme mit den Knien und den Unterschenkeln. Wenn Ich von hier aus die 300 m zur Bushaltestelle laufe tun mir immens die Beine weh. Ich weiss absolut nicht woher das kommt. Fahrrad  bin Ich auch nicht mehr gefahren. Ich hab keinen Bock das Ding zu reparieren und meine physische und psychische Kondition reicht dafür im Moment einfach nicht aus.

In letzter Zeit waren sogar Tage dabei da bin Ich einfach mal so im Bus oder in der Tram durch die Gegend gefahren, sinn und Ziellos, nur um nachzudenken. Als Ich dann nach Hause wollte bin Ich dann sogar nicht über die grosse Umsteigehaltestelle hier in meinem Viertel gefahren sondern bin Umwege gefahren um von „hinten“ an meine Strasse heranzufahren und dann nach Hause zu laufen. Der Fussweg schenkt sich, doch der Bus fährt einen riesen Umweg. Ich weiss auch nicht warum Ich da manchmal so soziopathisch bin.

Peter meinte auch in Gesprächen dass er nicht glaubt dass Ich einen Bürojob machen kann. das hat schon reingehauen.

Ja, die Tage hatte Ich mich dann aus meiner Lethargie geschält und bin nach einem wirren gesimse mit Peter aus dem Bett, durch die Dusche, in den Bus gesprungen und bin runter in die Neustadt gefahren. Dort wollte Ich mich mit Ihm und seiner Freundin Anne treffen.

Ich hasse dieses hin und her ge-es-em-esse. da kann manchmal so viel schief laufen. Jedenfalls sagte er gegen 16:30 oder so dass sie GLEICH in die Neustadt gehen wollten ob Ich lust hätte mit zu kommen. Ich sprang wie gesagt los und war so gegen 17:00 oder so oder 17:15 in unserer Kneipe. Dort erfuhr Ich dann dass wenn man um 16:30 SOFORT sagt, das dann 19:30 bedeutet. Ich war sauer, denn eigentlich hatte Ich schon geschlafen und bin nur wegen dem SOFORT aufgestanden in der Hoffnung an dem Tag noch einmal Menschen zu sehen und dass in 2 h das alles vorbei wär und Ich wieder in der Furzmulle.

Gegen 19:30 / 20:00 kamen Peter und Anne dann. Ich war in meiner Kneipe und wollte gerade zum Chinamann (politisch nicht korrekte Bezeichnung!) etwas essen gehen. Da die beiden auch zum essen in die Neustadt gekommen sind schleppten Sie mich mal wieder in den „Lotus“. Das ist so ein überteuerter Bio Imbiss. Wäh, furchtbares Zeug dass die da servieren.

Nunja, Anne musste jedenfalls nach einem Eis in der Tiki Bar nach Hause und Peter und Ich gingen danach noch Pommes essen und ein Bier trinken.

Ja, gestern dann hat mich Peter mit Freundin zu einer Praxis oder so was mitgenommen in der einem anscheinend geholfen werden kann. Dort nahm Ich an einer Gruppensitzung teil in der man Aufstellungen oder sog. Familienaufstellungen machte.

Das ging von 16-22 Uhr.

Irgendwie kam Ich mir da fehl am Platze vor. Ich sass da mit einem Haufen Spinner die irgendwelche Wehwehchen haben die Ihre Mama nicht mit puste puste in Ordnung bringen kann und die deshalb halblabile Psychos waren. So kam es mir jedenfalls vor, was natürlich nicht so war, mich aber im Umkehrschluss dazu brachte zu erkennen dass Ich ein ziemlicher Soziopath in den letzten 10, 15 Jahren geworden bin und dass Ich ein ziemlich beschädigtes Einfühlungsvermögen habe. Ausserdem ist mir noch etwas wichtiges aufgefallen was Ich aber wieder vergessen habe. Ich hasse mein beschissenes Kurzzeitgedächtnis.

Ja, danach jedenfalls ist Anne alleine nach Hause gefahren, Peter und Ich sind nach der Sitzung noch kurz nach Hause zu Ihm wo er was erledigen musste. Da bekam er irgend einen Disput mit Anne und wir seilten uns in die Neustadt ab. Dort gabs was deftiges und ein paar Bier. Ich war überrascht wie Ich von 2 kleinen und 1 grossen Bier so besoffen wurde, doch irgendwie war das ein schönes Gefühl. Wir fuhren danach noch ein wenig durch die Gegend und laberten so rum bis mich Peter vor meiner Haustür absetzte und Ich nach ein wenig fern sehen wohlig einschlafen konnte.

Ja, heute am Sonntag konnte Ich bis eben, also so ca. 16:00 durchschlafen, das tat gut.

Ich muss mich nun langsam wieder an den Arbeitslosen-Schlafrhythmus gewöhnen, also morgends um 7 ins Bett und Mittags gegen 15, 16 Uhr aufstehen. Ich werde in der nächsten Zeit weiter meine Bewerbungen auf Stellen schreiben die mich eh nicht wollen, genug chillen und versuchen mir klar zu werden wohin Ich eigentlich will. Ich muss mir über einiges klar werden was mich und meine Zukunft angeht. Dafür brauche Ich in erster Linie einmal Zeit, Zeit für mich. Eine Arbeit wäre da nur hinderlich.

Vielleicht versuche Ich auch noch einmal eine Therapie anzufangen. Mal sehen wohin der Weg mich verschlägt…

3 Comments

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3 Responses to Der August ist angebrochen

  1. „….der einzige Grund warum Ich einen Beruf im Büro gewählt habe ist weil Ich da auf meinem fetten Arsch sitzen kann und weil das das ist was dem liegen am nächsten kommt.“

    Nun ja, Du bist wenigstens ehrlich, was ein großes Plus ist. 🙂
    Halt die Ohren steif.
    Grüße

    • Danke.

      Naja, was nicht ist kann ja noch werden. Seit Ich hier in Dresden wohne gehts ja auch schon ein wenig besser mit der Kondition. Insgesamt bin Ich schon auf einem guten Weg denke Ich.

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