Allerletzte Chance, Familienbande, Veränderungen und Selbständigkeit

Was war gerade los?

Ich hatte Besuch von meiner Tante, also der älteren Schwester meines Vaters. Sie war gerade bei Ihrer Tochter und machte einen kleinen Abstecher um mit mir zu reden.

Wir führten ein Gespräch über die allerletzte Chance die Sie mir gab. Jetzt wirds ernst.

Zur Sache: Seit mein Vater 2009 gestorben ist hat sich bei uns in der Familie viel viel verändert. Mama hatte einen Freund von dem keiner recht begeistert war, was wohl aber eher eine Verzweiflungstat war, denn meine Mama ist kein Mensch der gerne lange alleine ist. Ich wohnte immer noch zuhause, war ein Jahr arbeitslos daheim was mir auch nicht unbedingt gut tat, danach hatte Ich meine Umschulung und jetzt sitze Ich hier und komme nicht voran.

Meine Tante konnte mir ernsthaft versichern dass man sich wirklich Sorgen um mich macht und so langsam scheint bei mir der Groschen zu fallen dass das nicht alles leere Worte sein können.

Ich meine, es sind „Kleinigkeiten“ die mir von aussen aufzeigen müssen dass bei uns was nicht stimmt. Da fallen Sachen wie, unser Haushalt ist nicht in Ordnung. Das muss Ich zugeben. Bei mir siehts ziemlich chaotisch aus, eine Sache die Ich seit 16 Jahren nicht in den Griff kriege. Unser Hausgang den Ich schon oft hier thematisiert habe ist so ein Beispiel. Mir wurde angeregt doch nochmal zu überdenken ob Ich nicht noch einmal ausmisten wolle. Ein zweiter Ansatz um die Wohnung nicht noch ein wenig mehr „clear“ zu bekommen.

Alles gute Ideen.

Wir sprachen darüber dass Ich in Zukunft mehr auf mein Äusseres achten solle, Da habe Ich Probleme. Die kriegt man aber auch wenn man eine Woche das Selbe Hemd anzieht. Im Moment hänge Ich in so einer Depriphase wo Ich einfach keinen Sehen will, meine Ruhe haben will usw. Das muss enden.

Ich habe zugesagt nächste Woche den Friseur zu besuchen um mir einen anderen Haarschnitt verpassen zu lassen. Ausserdem meine Garderobe ein wenig überdenken. Und meine Bewerbung überarbeiten.

Wir sprachen auch über meinen Vater und wie der früher immer alles schlechte von uns ferngehalten hat, über die unverschuldete Unselbständigkeit meiner Mutter, das Abnehmen, darüber dass Ich jeden Tag spazieren gehen soll und vorallem darüber wie Ich hier diese Bande zwischen mir und Mama ein wenig entknüpfen könnte, mehr Selbständigkeit erlangen kann, wie Ich das zuhause wohnen als Testplatz mit ernstem Hintergrund nutzen kann, gerade in der Zeit wenn Mama in Reha oder in Urlaub ist um meine Selbständigkeit voanzubringen.

Wir sprachen über den Sport und das schwimmen gehen und auch über das aus-dem-Haus-gehen um Menschen zu treffen.

Ich kenne meine Ziele, nur, was wir festgestellt habe, was Ich auch schon lange weiss, einzig der Typ der immer hinter mir steht und mir sagt was Ich als nächstes machen soll, der fehlt noch.

Das ist auch so ein Problem, das habe Ich im Beruf schnell und oft gemerkt. Das mit der Selbständigkeit klappt da überhaupt nicht. Ich bin das von Kindesbeinen an gewohnt dass immer einer da ist der mir sagt was zu tun und zu lassen ist und auch wann, wie und wo das zu geschehen hat. Das ist ein riesen Manko. Daher komme Ich auch in meiner Wohnung nicht voran. Es sollte eigentich bedenklich stimmen wenn man am Schreibtisch sitzt und einem der Gestank vom Klo im Badezimmer in die Nase wabert. Eigentlich. Auch so was was Ich trotz massig Zeit seit Wochen vor mir herschiebe.

Die Tage vergehen einfach ungenutzt und das kann nicht länger sein.

Vorallem das Gespräch mit Mama diese Woche über unsere Finanzielle Zukunft hat mich endlich ein wenig wachgerüttelt, doch habe Ich auch mit meiner Tante heute eingesehen dass ALG II (Ich nehme das Wort Hartz IV bewusst niemals in den Mund) der Anfang einer Abwärtsspirale ist die für einen Berufsstart nicht förderlich ist.

Daher: Montag Äusseres in Ordnung bringen und die nächste Woche auf Jobsuche gehen.

Auch das mit der Familienbande war Thema. Dass mein Vater 2009 gestorben ist hat eine riesen Lücke hinterlassen. Dann 2011 Oma, also Mamas Mama, das hinterliess ein riesen Loch. Oma war immer die riesen Tobe Klebstoff die die ganze Familie mütterlicherseits zusammengehalten hat, die die immer wieder heimlich interveniert und vermittelt hat um das ganze am laufen zu halten, die die immer versucht hat Frieden zu bewahren den Sie von zuhause aus nicht hatte. Oma fehlt einfach total.

Dann Mamas Schwester, saufen und nichts auf die Reihe kriegen. Auch das tut mir irgendwo weh, dass das nicht klappt. Auch wenn Ich das nie zugeben würde.

Opa, der sich nie meldet.

Warum haben wir keine So Familie wie in diesen scheiss US-Hollywood-Schinken die an Weihnachten mit 20 Mann um einen Tisch sitzen, Mama kocht und Papa steht mit der Pfeife vor dem Kamin. Warum?

Das treibt mir Wasser in die Augen.

Ein Grund warum Ich hier weg will, vielleicht eine Frau finden um mir eine neue Familie aufzubauen. Eine bessere. Schönere.

Doch wie soll das gehen, ohne vor die Tür zu gehen.

Selbst meine Nichte, die Enkelin der Tante die heute da war hat schon gefragt, warum ist der Philipp denn so einsam. Wenn es schon so offensichtlich ist dass Ich diese Einsamkeit schon so ausstrahle.

Auch Ich halte das mit meiner inneren Leere nicht aus. Auch Ich gehe daran langsam kaputt. Es frisst mich auf.

Es wird Zeit erwachsen zu werden. Aber ganz schnell.

Mal sehen wie viel von dem heutigen Elan morgen noch da ist…….

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