Sabrina, Kapitel 2

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Mittwoch 9. Juli 2009

Ich hielt Sabrina im Arm. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug, eine große, schwarze Sonnenbrille und einen kleinen schwarzen Hut mit Schleier. Die Tränen rannen an Ihren Wangen hinab und vermischten sich mit dem sintflutartigen Regen. Ihre  Schminke verwusch und zeichnete lange, schwarze Streifen auf Ihr Gesicht. Ich reichte Ihr mein Taschentuch. Die Pastorin schloss Ihr Gebetsbuch und bekreuzigte sich. die Träger ließen die beiden Eichenholzsärge un die Erde und entfernten sich. Ich begleitete sie zum Sarg und sah, wie das Blut an ihrer Hand hinabrann und auf den Boden tropfte. sie warf die Rose in das offene Grab und wendete sich zu mir. Ich nahm sie fest in den Arm und hielt sie fest.

„Warum nur, warum Ich?“, schluchzte sie. „Womit habe ich das verdient?“

Ich wusste keine Antwort. Ich nahm mein Taschentuch und wischte Ihr das Blut aus der Hand.

Die Trauergemeinde hatte sich schon lange wieder entfernt, während wir immer noch auf dem durchweichten Boden standen und uns in den Armen hielten. Ich hielt meinen Arm um sie und begleitete sie zum Wagen. Sie stieg auf der Beifahrerseite eine und ich schloss die Tür. Unterwegs bot ich Ihr eine Zigarette an, doch sie verneinte.

„Du kannst heute gerne bei mir bleiben. Ich mache dir das Gästezimmer zurecht.“

Sie nahm ihre Sonnenbrille ab und wischte sich die Tränen ab. Ihre Augen waren rot wie Feuer.

„Danke. Ich kann jetzt nicht nach Hause.“

Ich legte meinen Arm um sie und strich Ihr über die Wange. Sie legte Ihren Kopf auf die Seite und schloss die Augen. Der Regen wurde stärker und ein Gewitter zog herauf. Ich bog in die Straße ein in der mein Haus lag. Es war eine große Stadtvilla in Schöneberg, mit großem Garten. Ich öffnete das Tor und fuhr hinein. Nachdem ich den Wagen in der Tiefgarage abgestellt hatte stieg ich aus und öffnete Ihr die Tür.

Sabrina kauerte wie ein Fötus auf dem großen, grünen Chesselonge vor dem Kamin und hatte sich in eine warme Decke eingewickelt. Die wippte vor und zurück und starrte ins leere. Ich reichte Ihr einen Earl Grey, setzte mich neben sie und nahm sie in den Arm.

Sie legte Ihren Kopf auf meine Schulter. „Danke, dass ich eine weile bei dir bleiben kann. Zuhause wäre ich verrückt geworden.“

„Hey, kein Problem. Du weisst doch Sabrina, Ich bin immer für dich da wenn du mich brauchst.“

„Danke.“

Sabrina kuschelte sich an mich und schlief nach kurzer Zeit ein. Ich stand auf und trug sie ins Gästezimmer. Dort legte ich sie aufs Bett und deckte sie zu.

Ich ging ins Badezimmer und stellte mich unter die kalte Dusche. Es war schwül warm im Haus. Ich regulierte die Klimaanlage und legte mich aufs Bett.


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